Wegen seinen Besetzer-Söhnen Zürcher Stadtrat Wolff gibt Dossier Koch-Areal ab

ZÜRICH - Der Zürcher Polizeivorsteher Richard Wolff ist nicht mehr zuständig für das besetzte Koch-Areal in Zürich: «Aus familiären Gründen.»

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Ein Linksalternativer als Polizeivorsteher der grössten Schweizer Stadt? Schon nach der Wahl 2013 waren viele skeptisch.

Doch der AL-Mann versuchte Befürchtungen stets zu zerstreuen, zu wenig Härte zu zeigen. Auch als bereits 2014 bekannt wurde, dass sich seine Söhne in der Hausbesetzer-Szene bewegen: «Meine Söhne sind volljährig. Ich amte als Stadtrat», rechtfertigte sich Wolff gegenüber dem «Tages-Anzeiger». «Für einen Ausstand gibt es keinen Grund.»

«Sie mached, was s'wänd»

Damals gings ums Labitzke-Areal. Jetzt ist das Koch-Areal in Zürich-Altstetten besetzt. Und wieder sagte Wolff Anfang Oktober über seine Söhne: «Sie mached, was s’wänd.» Sie beeinflussten ihn nicht in seiner Entscheidungsfindung.

Besetzer-Söhne: Zürcher Stadtrat Wolff gibt Dossier Koch-Areal ab play
Spricht klare Worte: Stadtrat Richard Wolff (Archivbild) Keystone

Nun die Kehrtwende! Jetzt holt ihn die Vergangenheit ein. «Aus familiären Gründen» ist Wolff in der Sache Koch-Areal am 20. Oktober in den Ausstand getreten, heisst es in einer Medienmitteilung des Zürcher Stadtrats. Er sei «zur Auffassung gelangt, dass er seine Situation bislang falsch eingeschätzt hatte».

Gegenüber dem «Regionaljournal» von Radio SRF erklärt Wolff den jüngsten Schritt: «Wenn man es von aussen betrachtet, bin ich aus rechtlicher Sicht befangen, weil meine Söhne auf diesem Areal verkehren.» Wolff betont aber, dass er sich selber nicht als befangen ansehe.

Mauch: «Wir mussten ihm glauben»

Auf die Affäre Wolff angesprochen, wirkt Stadtpräsidentin Corine Mauch (56) sichtlich angesäuert. «Wir müssen uns auf das Wort eines Kollegen verlassen können. Wenn Herr Wolff bisher gesagt hatte, dass er in keiner Weise befangen sei, dann mussten wir ihm das glauben.» Umso unglücklicher sei es, dass es jetzt zu dieser Wendung kommen musste.

Die Verantwortung für das Koch-Areal trägt nun Finanzvorsteher Daniel Leupi (Grüne). An der Politik im Umgang mit den Haus-Besetzern soll sich aber nichts ändern.

Gemäss Angaben der Stadtpolizei hat der Lärm ums Kochareal im laufenden Jahr zu 171 Lärmklagen geführt. Allerdings stammten drei Viertel der Anzeigen von drei Personen. Die Liegenschaft gehört der Stadt. Frühestens 2020 sollen auf dem Areal gemeinnützige Wohnungen, Gewerberäume und ein Park entstehen. (cat/pfc)

Das Zürcher Koch-Areal: Besetzt seit 2013

Vor drei Jahren kaufte die Stadt Zürich das Koch-Areal für rund 70 Millionen Franken der UBS ab. Seither besetzen mehr als 100 Personen das Areal im Zürcher Kreis 9. Mit lauten Partys und Konzerten zogen sie aber den Unmut der Nachbarn auf sich. Gemäss der Stadtpolizei gab es im laufenden Jahr bereits 171 Lärmklagen.

Seit dem 6. Oktober gelten neue Regeln für die Besetzer im Koch-Areal. Bei potenziell lärmintensiven Veranstaltungen muss die Stadt 14 Tage im Voraus informiert werden und die Nachbarn dürfen nicht mit Lärmbelästigungen gestört werden.

Frühestens 2020 sollen auf dem Areal gemeinnützige Wohnungen, Gewerberäume und ein Park entstehen.

Publiziert am 28.10.2016 | Aktualisiert am 10.11.2016
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20 Kommentare
  • Jonathan Paulus  Bieler 30.10.2016
    Moritz Leuenberger wäre der beste Nachfolger , vielleicht werden dann auf dem Kochareal in Zürich um Weihnachten noch Knallpetarden und Spraydosen vom Samichlaus verteilt auf Kosten der Steuerzahlenden.
  • Fleissiger  Büezer 28.10.2016
    Bürgerlich denkende Leute sind wohl entsetzt und fragen sich, wo der Rechtsstaat bleibt; Anders denkende Leute haben Herr Wolff gewählt und dürften wohl auch sehr viel Verständnis haben, dass hier der Rechtsstaat nicht hart durchgreift; Ändern kann man die Situation nur bei den nächsten Wahlen, aber ob dann was in der rot/grünen Stadt Zürich passiert, ist sehr zu bezweifeln, da hat man viel mehr Freude an Bussen für Autofahrer als ein Problem wegen dem Koch Areal - Traurig aber wahr !
    • René  Merten aus St.Gallen
      28.10.2016
      Bei den nächsten Wahlen wird sich nicht viel ändern. Die Sozial- und Asylindustrie stützt diesen linken Stadtrat und er wird auch die Unterstützung der Häuserbesetzer aus dem Koch-Areal haben !
  • Divico  Tigurin aus Neuchâtel-Hua-Hin
    28.10.2016
    Wie der Vater so die Soehne....der besetzt doch auch einen Platz der ihm nicht gehoert, kassiert sogar einen Lohn und ist seiner Arbeit und der Erziehung seiner Soehne wie es scheint nicht gewachsen.
    Nicht nur dieses Dossier abgeben,...gleich seinen Richterstuhl dazu.
    Mit solchen Richtern will man nichts zu tun haben, denn wenn dieser Vater in der Normalitaet der Erziehung versagt hat, kommt man automatisch auf den Gedanken, dass er die Gesetze wohl kennt, aber unfaehig ist zu deren Aplikation.
  • Gian  Zender , via Facebook 28.10.2016
    Dieser Wolff war und ist eine Fehlbesetzung, egal für welches Departement. Nicht tragbar!
  • Ivo  Steinmann aus Zürich
    28.10.2016
    Ich verstehe diese Argumentation nicht. Klar können die Söhne machen was sie wollen und dafür müssen sie auch gegebenenfalls gerade stehen. Halt so wie alle Besetzer und Unruhestifter. Aber wenn der Vater verhindert, dass sie bestraft werden indem er deren Treiben nicht verfolgen lässt, dann ist es einfach waschechte Korruption und Bevorteilung. Meiner Meinung nach gehört so jemanden vor Gericht.