Strassenstrich Sihlquai WCs für die Dirnen

  • Publiziert: 04.08.2010, Aktualisiert: 20.01.2012

ZÜRICH - Der Sihlquai-Strich stinkt den Anwohnern im Quartier gewaltig. In ihren Vorgärten verrichten die bezahlten Schönen der Nacht ihre Notdurft. Zwei WCs sollen nun allen Seiten zugute kommen.

Damit die Prostituierten ihre Notdurft nicht länger an der Strasse verrichten, werden heute zwei WC-Wagen aufgestellt.

Ein Sprecher der Stadtpolizei bestätigte eine entsprechende Meldung von «Radio24». Der eine Wagen werde bei der Eisenbahnbrücke abgestellt, der zweite beim Letten-Viadukt.

Die WC-Anlagen werden täglich gereinigt und bieten den Frauen fliessendes Wasser, damit sie ein Mindestmass an Hygiene aufrecht erhalten können. Weitere Massnahmen sind laut dem Sprecher momentan nicht geplant, man werde die Situation aber im Auge behalten.

Ein Hauswart, der bisher täglich mit den Nebenwirkungen des Strassenstrichs konfrontiert war, atmet angesichts dieser Massnahme auf. Das sei ein Schritt in die richtige Richtung, sagte er gegenüber «Radio24». Er hoffe allerdings, dass der Strassenstrich irgendwann ganz verschwinde.

Die Prostituierten bedienen ihre Kunden in unmittelbarer Nähe zu Wohnhäusern, in Vorgärten und auf Spielplätzen.

90 Tage toleriert

Seitdem mit osteuropäischen Ländern wie Ungarn die Personenfreizügigkeit in Kraft ist, strömen laufend mehr junge Frauen ans Sihlquai. So meldeten sich beispielsweise alleine im Januar 2010 fast 70 neue Frauen für den Strassenstrich an.

Das Amt für Wirtschaft und Arbeit (AWA) stellt ihnen jeweils Bewilligungen für 90 Tage aus. Nach diesen drei Monaten reisen die Frauen laut AWA für gewöhnlich aus und stehen im nächsten Jahr erneut beim AWA in der Schlange, um sich anzumelden. (SDA)

play Eine Dirne am berühmt-berüchtigten Strassenstrich Sihlquai. (Keystone)