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Top-Fahnder Fredi Hafner – der erfahrene Verbrecherjäger muss voraussichtlich im Frühling selber vor Gericht. Vorwurf: Verletzung des Amtsgeheimnisses.
Die Zürcher Staatsanwältin Judith Vogel (46) glaubt, genug Beweise dafür zu haben, dass Hafner der «SonntagsZeitung» Akten zuspielte, die Ex-Armeechef Roland Nef (49) als Stalker entlarvten und zu Fall brachten. Pikant: Vogel untersuchte auch den Fall Nef.
Hafners Anwalt Hans Baumgartner bestreitet, dass sein Mandant vertrauliche Akten herausgegeben hat. So oder so könnte der Prozess gegen den Polizisten zum Bumerang für die Zürcher Justiz werden.
Im SonntagsBlick machte Baumgartner klar: «Ich werde alles daran setzen, dass die Akten im Fall Nef öffentlich werden.»
Ungereimtheiten im Fall Nef
Denn im Skandal um den Ex-Armeechef gibt es Ungereimtheiten. So war Polizeifahnder Hafner offenbar beauftragt, Brigadier Nef festzunehmen, nachdem seine Ex-Freundin Anzeige wegen Nötigung eingereicht hatte. Mindestens acht Zürcher Polizisten bereiteten eine Razzia in Nefs Wohnung und an seinem Arbeitsort vor.
Doch die geplante Razzia wurde plötzlich abgesagt. Nefs Vorführung wurde sistiert und die Daten im Polizeisystem wurden gesperrt. Heute will sich nicht einmal mehr jemand daran erinnern, ob es überhaupt einen Befehl für eine Razzia gab.
Nach einer Desinteresse-Erklärung von Nefs Ex und einer Abfindungszahlung stellte Staatsanwältin Vogel das Verfahren ein – vier Monate nachdem der Bundesrat Nef zum Armeechef ernannt hatte.
Warum wurde das Verfahren eingestellt?
Wären Nefs Polizeiakten später nicht an die Öffentlichkeit gelangt, wäre die Affäre wohl nie aufgeflogen und Nef noch heute Armeechef.
Warum das Verfahren gegen Nef eingestellt wurde, können viele Juristen nicht nachvollziehen. Im Kanton Zürich wurden 2007 nur neun Fälle wegen Nötigung eingestellt. Alles Bagatell-Fälle. «Es ist schwer zu glauben, dass der Fall Nef zu den Bagatell-Fällen im Kanton Zürich gehört», sagt Strafrechtsprofessor Daniel Jositsch.
Zur Erinnerung: Nef hatte seine Ex-Freundin monatelang mit übelsten Mails, SMS und fingierten Sex-Inseraten terrorisiert. Offenbar soll jetzt der «Schimanski von Zürich» dafür büssen.
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Stadtbekannt Fredi Hafner (l.) — von den Guten geschätzt, von den Bösen gefürchtet. Der Schimanski von Zürich an der Langstrasse. (Urs Kaiser/SonntagsBlick)