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Robert P.* wohnt direkt über der Tiefgarage im Altried-Quartier, in der sich das blutige Drama abspielte. Was er Freitagnacht hörte, gab er der Polizei zu Protokoll: «Zuerst knallte es zwei Mal schnell
hintereinander. Dann dröhnte laute Musik durch die Garage – einen Song lang.
Und schliesslich knallte es ein drittes Mal.» Robert P. fragte sich verärgert, wer um diese Zeit einen solchen Lärm veranstaltete. «Da knallt jemand Autotüren zu», dachte er sich. Erst am Morgen erfuhr er, dass er Zeuge eines blutigen Dramas geworden war.
Es ist kurz vor sechs Uhr, als eine Anwohnerin die schreckliche Entdeckung macht. Mitten in der Garage liegen Denise S.** (34) und deren Geliebte E.** (23) in ihrem Blut. Neben den leblosen Körpern finden Beamte später eine Pistole. Ist es die Dienstwaffe von Denise S., die zur Mörderin wurde, weil die elf Jahre jüngere Freundin sie verlassen wollte? Sicher ist: Die Frau war in Regensdorf ZH Gemeindepolizistin, zuvor war sie in Küsnacht ZH angestellt.
Am Wohnort der beiden Frauen in Dielsdorf ZH ist die Bestürzung gross. Petra G.* (55) wohnt im gleichen Haus. «Wir sind schockiert. Die beiden sind erst im Juni hier eingezogen. Zuerst schien alles ganz glücklich und harmonisch.» Doch die Beziehung der Frauen bröckelte. «Wir haben sie mehrfach laut streiten hören. Letzten Sonntag sah ich die jüngere mit einer fremden Frau ins Haus gehen.»
Denise S. spielte Fussball in der zweiten Mannschaft des FC Zürich. «In letzter Zeit hatten wir kaum mehr Kontakt. Denise ist vor einem halben Jahr aus dem Klub ausgetreten. Von Problemen habe ich bei ihr nie etwas bemerkt», sagt eine ehemalige Klubkollegin. Warum die tödlichen Schüsse ausgerechnet im Altried-Quartier in Schwamendingen fielen, ist unklar. Zwischen dem Wohnort der Frauen und dem Tatort liegen rund 20 Kilometer.
Einige Hinweise gibt es allerdings: Opfer E. arbeitete bei der Securitas als Nachtwächterin. Am Arbeitsplatz lernte sie die gleichaltrige Noemi L.* kennen. Diese wohnt zusammen mit ihrer Mutter im Haus über der Tiefgarage, in der das Blutbad stattfand.
E. fuhr mit ihrem Auto in die Tiefgarage. «Dafür brauchte sie einen Schlüssel», sagt der Hausmeister der Liegenschaft. Noemi L. ist zurzeit mit ihrer Mutter in den Ferien. Gab sie E. den Hausschlüssel, damit sie in der Wohnung vorübergehend Unterschlupf fand? Die junge Frau kam am Freitag direkt von der Arbeit – als sie starb, trug sie noch immer die Securitas-Uniform.
* Namen geändert
** Namen bekannt