Verkehrspuff in Zürich: War das Absicht?

  • Publiziert: 04.05.2009, Aktualisiert: 19.01.2012
  • Von Georg Nopper

ZÜRICH – Trotz Westumfahrung kam es heute zum Chaos in Zürich. Haben die Verkehrsplaner versagt oder wars gar Absicht? Blick.ch fragte bei Heiko Ciceri von der städtischen Dienstabteilung für Verkehr nach.

Blick.ch: Herr Ciceri, heute Morgen kam es auf der alten Westtangente trotz der Westumfahrung zu Staus und Verkehrsbehinderungen. Warum rollt immer noch so viel Verkehr auf dieser Strecke durch die Stadt?

Heiko Ciceri: Ich weiss es ehrlich gesagt auch nicht. Offensichtlich haben viele Verkehrsteilnehmende aus lauter Gewohnheit versucht, über die ehemalige Westtangente zu fahren. Oder vielleicht wollen all diese Leute etwas: arbeiten oder einkaufen. Weil die West- und die Seebahnstrasse nur noch einspurig statt zweispurig befahrbar sind, hat es auch nur noch halb so viel Platz für den Verkehr. Wenn vorher 100 Autos durchkamen, kommen jetzt nur noch 50 durch.

Warum waren die See- und die Weststrasse bereits am Wochenende auf eine Spur verengt worden, noch bevor die Umfahrung eröffnet wurde?

Einen sanften Übergang werden Sie nie finden. Wir haben uns bei der Stadt gesagt, dass wir parat sein müssen, wenn die Umfahrung eröffnet wird. Ansonsten hätten sich die Leute gesagt, warum soll ich über die Umfahrung gehen, wenn ich über die Westtangente fahren kann?

Das war also sozusagen eine therapeutische Massnahme?

Das kann man so sagen. Zudem hätte heute der Schwer- und der Berufsverkehr die Umstellungsarbeiten behindert. Die Sicherheit der Arbeitenden hätten wir an einem Werktag nicht garantieren können.

Wann wird sich die Verkehrssituation auf der alten Westtangente verbessern?

Schon bald. Für die Zufahrtsachsen gehe ich davon aus, dass es mehrere Wochen geht, bis sich die Situation einpendelt.

Es war heute verschiedentlich zu hören, dass der Gubrist jetzt zum neuen Nadelöhr werden könnte. Können Sie das bestätigen?

Dazu kann ich nichts sagen. Darüber hat der Kanton die Oberherrschaft.

play Heiko Ciceri, Dienstabteilung für Verkehr der Stadt Zürich. (Keystone)