Verfahren eingestellt Ausbrecher Kiko kommt ohne Prozess davon

Das Bezirksgericht Dietikon ZH hat das Verfahren gegen Knast-Ausbrecher Hassan Kiko (27) eingestellt. Die Staatsanwaltschaft will den Entscheid nicht akzeptieren.

Hassan (27) wurde in Unterwäsche abgeführt. Wer klaute seine Kleider? play
Kickboxer Hassan Kiko sitzt wegen Vergewaltigung im Gefängnis Limmattal. Facebook

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Die Flucht mit Wärterin Angela Magdici (32) aus dem Bezirksgefängnis Limmattal in Dietikon ZH hat für den verurteilten Vergewaltiger Hassan Kiko (27) keine strafrechtlichen Konsequenzen. Das zuständige Gericht hat das Verfahren eingestellt. Die Staatsanwaltschaft hat bereits Beschwerde gegen den Entscheid beim Obergericht eingelegt.

Kiko und Magdici waren in der Nacht vom 8. auf den 9. Februar aus dem Gefängnis abgehauen. Im schwarzen BMW der Wärterin überquerten sie die Grenze nach Italien und versteckten sich in einem heruntergekommenen Wohnblock in Romano di Lombardia in der Nähe von Bergamo. Nach rund sechs Wochen in Freiheit wurden sie dort in der Nacht auf Karfreitag geschnappt.

Sechs Monate Knast gefordert

Die Staatsanwaltschaft wollte Kiko für seine Flucht bestraft sehen: Sie verlangte eine unbedingte Freiheitsstrafe von sechs Monaten, weil er seine Aufseherin zur Flucht angestiftet habe.

Nach einer Prüfung der Anklage kommt das Bezirksgericht Dietikon aber zum Schluss, dass die Voraussetzungen für einen Prozess nicht gegeben seien. Vorgeworfen werde dem Syrer eine sogenannte «Anstiftung zur Selbstbegünstigung». Und diese sei gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung nicht strafbar.

Weniger glimpflich kommt Fluchthelferin Magdici davon. Wegen Entweichenlassens von Gefangenen fordert die Staatsanwaltschaft eine Freiheitsstrafe von 27 Monaten, sieben Monate davon unbedingt. Wann der Prozess stattfindet, ist noch nicht klar. (lha/SDA)

Publiziert am 11.11.2016 | Aktualisiert am 22.12.2016
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24 Kommentare
  • Carly  Pfitzner 12.11.2016
    Wäre es somit nicht Pflicht, ja geradezu ein Menschenrecht, alle Gefangene zu informieren, dass Ausbruchversuche bzw erfolgreiche Ausbrüche zwar nicht speziell honoriert werden, aber immerhin Zero-Folgen für diese Hasardeure haben? Frage: Warum gibt es eigentlich Insassen die sich weigern einen Ausbruchversuch zu starten? Und noch ein überlegenswerter Vorschlag: Wäre nicht wenigstens eine kleine Medaille für erfolgreiche Ausbrüche angebracht? Natürlich in Abwesenheit!
  • Willi  Bühler aus Dubai
    12.11.2016
    Einmal mehr ein blanker Hohn für jeden tüchtigen und aufrechten Bürger der Mittelklasse, welcher ja von der Polit-Elite als "dumm" bezeichnet wird. Auch ich wünsche mir Trump als unser Präsident!!
  • Hampi  Buschor aus Lachen
    12.11.2016
    Wenn ich meine Ordnungsbusse nicht bezahle, wird mir mit 2 - 3 Tagen Arrest gedroht! Aber aus dem Knast ausbrechen und dabei hunderttausende Franken Kosten verursachen ist nicht strafbar? Also liebe Gefangene alle raus an die fische Luft für ein kleines Reisli an die Sonne oder ans Meer! Wenn ihr wieder zurückwollt, ruft einfach beim Blick an. Der Staat holt euch dann wieder zurück, passieren wird euch nichts!
    • Thomas  Maeder 12.11.2016
      Aus dem Gefängnis ausbrechen ist in der Schweiz nicht strafbar und war es auch noch nie. Das ist nicht ein neues Gesetz, sondern war schon immer so. Der Häftling muss allerdings damit rechnen, dass er dann die ganze Haftdauer absitzen muss und nicht nach zwei Dritteln der Strafe wegen guter Führung vorzeitig entlassen werden kann. Indirekt führt ein Ausbruch in der Regel also schon zu einer deutlich erhöhten Haftzeit.
  • Yves  Ebneter aus Winterthur
    12.11.2016
    Wieso verurteilen und inhaftieren wir Leute, wenn sich das entziehen dieser nicht Strafbar ist? Nur damit Richter und Behörden einen Job haben? Einmal mehr wird der anständige Bürger über den Tisch gezogen. Ausser Spesen nichts gewesen. Dafür müssen wir jedes
    Jahr Steuern abdrücken? Runter mit den Steuern und zwar sofort! Der Staat verschleidert unsere Gelder!
  • hanspeter  kobelt 12.11.2016
    Jetzt aber sofort dran denken, diesem Typen noch eine Entschaedigung zukommen zulassen. keinesfalls eine Verurteilung wegen Vergewaltigung durchsetzen. Dem Liebespaerchen auch gleich eine penthous-Wohnung zur Verfuegung stellen. Woechentliche Betreuung, da auf der Flucht ein Trauma entstehen konnte! Sagt mal: Ist die Justiz in der Schweiz noch zurechnungsdfaehig? "Sitzt wegen Vergewaltigungsvorwurf ein und darf ungestraft in den Ausgang......."