«Tief im dunklen Wald» Neonazi-Band will deutsche Politikerin erschiessen

ZÜRICH - Auf ihrer neuen CD ruft die Schweizer Neonazi-Band «Erschiessungskommando» zum Mord an der deutschen Linken-Politikerin Katharina König (38) auf.

Deutsche Neonazi-Band will Politikerin Katharina König erschiessen play
Sie soll laut der Band «Erschiessungskommando» getötet werden: Die deutsche Linken-Politikerin Katharina König (38). imago/Bild13

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Im Lied, das die Neonazi-Gruppe «Erschiessungskommando» vor fünf Tagen auf ihrem YouTube-Kanal veröffentlicht hat, heisst es laut der SonntagsZeitung: «Bald bist du endlich dran. Du wirst grausam sterben, das ist nicht die Frage. Vom Landtag auf die Bahre.» Gemeint ist die deutsche Linken-Politikerin Katharina König (38).

Detailliert wird besungen, wie der Vater der Politikerin mit einer Schalldämpfer-Waffe erschossen werden soll und sie selbst «tief im dunklen Wald», wo man Schreie nicht mehr höre.

Hintermänner sollen zur Rechenschaft gezogen werden

König ist sich Anfeindungen gewohnt. Sie sitzt im Landtag von Thüringen und engagiert sich seit Jahren gegen Neonazis. Zudem ist sie Mitglied des Thüringer NSU-Untersuchungsausschusses.

Dem «Nationalsozialistischen Untergrund» werden zehn Morde zugeschrieben. Doch trotz allem: So etwas habe sie in all den Jahren noch nie erlebt. «Das ist eine neue Qualität», sagt sie gegenüber der SonntagsZeitung. Sie hoffe jetzt, dass die Schweizer Behörden die Hintermänner zur Rechenschaft ziehen. Das Landeskriminalamt Thüringen hat bereits Ermittlungen aufgenommen.

Laut SonntagsZeitung hat YouTube den Song bereits gelöscht. Noch ist nicht klar, wer genau hinter der Musikgruppe steht. Insider gehen davon aus, dass es sich beim Sänger um Kevin G. aus Rüti ZH handelt. Der Frontmann der rechtsextremen Band Amok trat vor zwei Wochen vor knapp 6000 Besuchern am Neonazikonzert im Toggenburg auf und pflegt enge Beziehungen zu Gesinnungsgenossen in Ostdeutschland. (stj)

Publiziert am 30.10.2016 | Aktualisiert am 04.11.2016
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17 Kommentare
  • Rosmarie  Möckli aus Felben-Wellhausen
    30.10.2016
    Hr. Neuffer-Bitte nicht aufgrund von Titeln in den Boulvardmedien(dazu zähle ich mittlerweile auch den Tagi) mit dem Finger auf Personen zeigen.Sie haben heutzutage aufgrund von Socialmedia die Möglichkeit, sich richtig zu informieren. Schauen Sie im Internet auf Blocher TV, wie ganz genau sich dieser zu diesem Neonazi-Konzert geäussert hat. Erst dann mit dem Finger zeigen und anklagen. Alles andere nennt man Denunziation!! Danke!
  • Bert  Steinegger aus Zürich
    30.10.2016
    Wie kommt es, dass ein Grossteil der Kommentatoren, sobald es um die braune Horde geht, partout das Gefühl haben, relativieren oder beschwichtigen zu müssen?

    Ist es so schwer zu sagen, dass es absolut widerlich ist, in einem Songtext zum Mord an einer klar identifizierten, konkreten Person aufzurufen? Wieso braucht es da hanebüchene Vergleiche mit anderen Liedern oder irgendwelchen Taten anders Gesinnter?

    Ich hoffe inständig, dass es sich dabei bloss um Trollerei von Internethelden handelt.
    • Aegerter   Fritz aus Luzern
      30.10.2016
      Es geht hier nicht um eine Verteidigung. Es geht einfach darum dass es mir auf den Wecker geht, sobald ein Rechter etwas macht, ein riesen Aufschrei ist, solange die Linken es machen es toleriert wird.
      Mess doch einfach auf beiden Seiten mit gleicher Elle. Hier wird ein Lied als Mordaufruf eingestuft, bei den Linken Musikern ist es einfach nur künstlerische Freiheit.
      In beiden Fällen ist es geschmacklos und überflüssig. Aber bitte auch so vertreten.
    • Reto  Derungs , via Facebook 01.11.2016
      Für Sie gilt offenbar, dass "Gesinnungstäter" nicht nach den Regeln des Strafgesetzes zu beurteilen sind, sondern nach der "Gesinnung", aus welcher die Tat erfolgte. Andersherum gesagt: Steht der Täter politisch links ("Taten anders Gesinnter"), wiegt die Tat weniger schwer, als wenn er rechts steht ("braune Horde"). Genau um diese Doppelmoral geht es bei meinem Kommentar (und den Kommentaren jener, die darauf antworteten).
  • Reto  Derungs , via Facebook 30.10.2016
    Vor noch nicht allzu langer Zeit war in der Arbeitslosenzeitung "Surprise" zu lesen: "tötet Köppel". Und Strehle, Chef des nach eigenen Angaben hohen ethischen Standards verpflichteten Tagesanzeigers, kommentierte diesen Imperativ eines Berliner "Künstlers" als "geschmacklos". Das gilt auch für diesen Liedtext, wenn man mit gleichen Ellen messen will. Aber wer will das schon...
    • John  Livers aus St.Gallen
      30.10.2016
      Reto Derungs
      Guter Kommentar, habe ich ähnlich auch 2 x geschrieben, wurde jedoch zensuriert. Interessant einerseits echauffiert man sich zurecht über Mord Aussagen in einem Lied. Anderseits wird ein Aufruf zum Töten einfach als Kunst bezeichnet und kaum jemand stört sich daran.
    • Bert  Steinegger aus Zürich
      30.10.2016
      Wiederum sei die Frage gestattet, was hat der Aufruf in der Surprise (welchen ich absolut verurteile) mit dem Vorfall hier zu tun?

      Eben, nichts. Aber es zeigt, dass viele Poster hier es einfach nicht schaffen, das Lied vorbehaltlos zu verurteilen. Das hat damit zu tun, dass diese Leute immer in den Kategorien "links", "rechts", "Schweizer", "Ausländer" etc. denken. Dabei sollte man doch unabhängig davon eine abscheuliche Aussage als solche bezeichnen können, ohne wenns und abers.

  • Niels  Huggli aus Zug
    30.10.2016
    Obwohl an diesen Konzerten zu Mord und Totschlag aufgerufen wird, sagte die Polizei in den Medien, es wäre gesittet zu gegangen. Bei den NSU Morden sagte die Polizei, das sei eine Abrechnung unter Türken, sogenannte Dönermorde. Die Verharmlosung rechtsextremer Gewalt ist nichts Neues. Das Argument, Linke wären gewalttätig, ändert daran nicht das geringste, dass Rechtsextremismus brandgefährlich ist. Bei den einen brennen Autos, bei den anderen Menschen, das ist ein grosser Unterschied.
  • Edi  Rey aus Romanshorn
    30.10.2016
    Das glaube ich jetzt nicht. Neonazis sind doch harmlo, wollen nur Musik hören, ein Fest feiern und tun dies erst noch gesittet. Manchmal zünden sie zwar Flüchtlingsheime an, aber meistens wollen sie ja nur zeigen, dass sie zur Herrenrasse gehören. In der Ostschweiz sind sie herzlich willkommen. Kein Grund zur Sorge also.
    • Theres  Küenzi aus Seeberg
      30.10.2016
      lieber herr rey, ich befürchte das all die daumen runter ihre ironie nicht verstanden haben. aber wen wunderts? findet doch auch blocher, dass nichts gegen diese truppe gesagt werden kann. die waren doch sooo nett!!!