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«Sie sind jung, schön und sie machen alles», sagt Vera L., Prostituierte am Sihlquai. So beschreibt sie die jungen Frauen aus dem Osten, die in diesem Frühling den angestammten Sexworkerinnen Konkurrenz machen.
«Die Frauen bleiben oft nur übers Wochenende oder für ein paar Tage, um hier etwas Geld zu verdienen», sagt Vera. Die Konkurrenz kommt vor allem aus Ungarn, Tschechien oder Polen. «Aber auch Deutsche schaffen bei uns an», sagt Vera L.
Sex für 50 Franken
Diese Teilzeit-Prostituierten bieten ihre Dienste zu Dumpingpreisen an: Weniger als 50 Franken für Geschlechtsverkehr. Viele geben sich auch für Sex ohne Gummi her.
«Die Kolleginnen aus dem Osten, die das ganze Jahr hier arbeiten, sind kein Problem. Die haben sich an die lokalen Gegebenheiten angepasst», sagt Lyssa, eine Freundin von Vera L.. «Aber die Kurzzeit-Amateure gefährden Geschäft und Gesundheit. Aids ist für die ein Fremdwort.»
Keine Handhabe
«Auch wir registrieren in diesem Frühling eine hohe Zunahme von Damen aus den osteuropäischen EU-Ländern, vor allem aus Ungarn» sagt Marco Cortesi von der Zürcher Stapo. Bis zu 100 neue Gesichter tauchen pro Woche am Sihlquai auf. «Solange sie ihre Papiere bei sich tragen, haben wir keine Handhabe. Wir können nicht wegen ihres Geschäftsgebarens gegen sie vorgehen. Prostitution ist nicht verboten», sagt Cortesi.
Um den Schutz vor Aids müssen sich die Freier selbst kümmern. Erst wenn ein infizierter Freier Anzeige erstattet, kann die Polizei gegen fahrlässige Prostituierte vorgehen. Bis dahin sind sie aber meist nicht mehr im Land.