
Bitte melden Sie sich an, um Ihren Kommentar abzugeben.
Wenn Sie ein Konto bei Facebook haben, können Sie sich damit anmelden.
In der Limmat soll eine stehende Welle eingerichtet werden. Dafür legten sich die Surfer im Zürichsee auf ihre Bretter.
Ursprünglich war ein Demo-Ride vom Bürkliplatz die Limmat hinunter bis zum Platzspitz vorgesehen. Nach den heftigen Regengüssen führte aber die Limmat deutlich mehr Wasser als normal.
Aus Sicherheitsgründen verzichtete man deshalb auf die Flussfahrt, wie Philip Kempf, Pressesprecher und Vorstandsmitglied des organisierenden Vereins «Stehende Welle» erklärte. Die Surfer blieben deshalb im See, in der Nähe des Bellevue, wo sie eine knappe Dreiviertelstunde umherpaddelten.
An der polizeilich bewilligten Aktion nahmen nach Schätzung der Organisatoren rund 200 Surfer teil. Viel Publikum habe dem bunten Treiben von der Quaibrücke und vom Ufer aus zugesehen, sagte Kempf.
Mit ihrer Demonstration wollten die Surfer deutlich machen, dass die Surf-Anlage in der Limmat nicht nur die Idee einiger weniger Leute sei. Sie sei ein Bedürfnis vieler Freude des Surf-Sports. Schon im letzten und vorletzten Sommer wurde jeweils eine Surf-Demo durchgeführt.
Unterhalb EWZ-Kraftwerk
Um die Limmat-Welle wird schon seit Jahren diskutiert. Erzeugt würde die künstliche Welle durch einen auf dem Flussgrund liegenden Schlauch, der mit Wasser vollgepumpt wird. Dadurch verformt sich der Flussgrund. Das Wasser fliesst über das Hindernis, dahinter entsteht ein Wellental für die Surfer. Ausserhalb der Betriebszeiten kann die Welle ganz einfach abgeschaltet werden.
Die Welle soll unterhalb des EWZ-Kraftwerks Letten entstehen. Dort wäre dann laut Verein «Surfen fast wie im Meer» möglich. Bis zu zehn Surfer gleichzeitig könnten sich quer zur Flussrichtung hin und her bewegen. Auch Kanuten könnten den «Limmatride» nutzen.
Dem Verein schwebt ein Nutzungskonzept ähnlich dem eines Tennisplatzes vor. Sie betonen, dass es ihnen um den Sport gehe und sie keine «Event»-Zone beabsichtigen.
Knackpunkt Energie
Knackpunkt ist wohl der energiepolitische Aspekt: Das Elektrizitätswerk der Stadt Zürich (EWZ) nutzt das Gefälle des für die Welle vorgesehenen Flussabschnitts für die Stromproduktion. Eine stellenweise Stauung des Flusses hätte Einbussen zur Folge, die sich laut EWZ nicht mit dem städtischen Masterplan Energie vereinbaren liessen.
Zugunsten der Welle hat Ende 2005 der damalige Gemeinderat und heutige Stadtrat Gerold Lauber zusammen mit einem Fraktionskollegen eine Petition eingereicht. Die beiden baten den Stadtrat, die Realisierbarkeit einer solchen Anlage zu prüfen. Der Vorstoss ist noch hängig. (SDA)