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Eine solch geniale Party wie hier habe er noch nie erlebt, freut sich Sascha (22) aus Stuttgart (D): «Zürich ist die geilste Stadt der Welt.» Sein Kollege Alexander (22), ebenfalls aus Deutschland, meint euphorisch: «Schlichtweg grandios, dieses Fest!»
Als gestern, um 14.37 Uhr, das erste von insgesamt 27 Lovemobiles lostuckerte, war die 17. Street Parade offiziell eröffnet. 820000 Raver aus ganz Europa feierten frenetisch an der 2,4 Kilometer langen Route ums Zürcher Seebecken – 120000 Technofans mehr als in den beiden letzten Jahren. Selbst das Wetter spielte mit: 24 Grad, herrlicher Sonnenschein!
«Ich hätte nie gedacht, dass die Schweizer so partyverrückt sind», staunt Elena (30) aus Russland im sexy roten Dress. Die Kostüme der Raver: wie immer schrill, bunt und vor allem überaus knapp.
Auch die Standbetreiber waren in Festlaune: «Das Geschäft läuft super», sagt Romeo Amitai (24) aus Israel, der am Bellevue-Platz einen Henna-Tattoo-Shop betreibt. Der Verkäufer am Heineken-Stand lacht zufrieden: «Der Umsatz ist um einiges besser als im letzten Jahr.» Und tatsächlich: Eine Vielzahl der Raverinnen und Raver kann sich offenbar nur mit übermässigem Alkoholkonsum in Stimmung bringen. Bis um 21 Uhr mussten die Rettungssanitäter 385 Personen verarzten.
«23 wurden hospitalisiert», so Erich Maag, Mediensprecher bei Schutz und Rettung. Für die Sicherheit der Besucher wurden extra 13 Sanitätsstationen aufgebaut sowie rund 2500 Helfer aufgeboten.
Da es schon im Vorjahr zu häufigen Alkohol- und Drogenexzessen gekommen war, drohte die Zürcher Polizeivorsteherin Esther Mauer (50) im Vorfeld der gestrigen Parade mit dem Entzug der Bewilligung. Von der tollen Atmosphäre angesteckt, krebst die SP-Stadträtin nun aber von ihrem Vorhaben zurück: «Die Stimmung ist viel positiver geworden.» Es freue sie von Herzen, wenn es den Organisatoren gelingen würde, den ursprünglichen Geist des Technofestes hinzukriegen.
OK-Präsident Joel Meier (33) zeigt sich erleichtert: «Die Street Parade lebt besser denn je!» Das Engagement der Raver, auch ihr Enthusiasmus sei wieder grösser. Meier erkennt eine Trendwende: «Bald wird die Street Parade wieder dort sein, wo sie bei ihrem Höhepunkt einst war.» Man könne von einem eigentlichen Comeback sprechen.
Bis am Morgen zelebrierten die Fans das Motto der diesjährigen Parade: «Friendship», Freundschaft. 110 Extrazüge brachten die meisten von ihnen glücklich, wenn auch todmüde nach Hause. «Es war unvergesslich», so der Mailänder Gino (29). Nächstes Jahr werde er sicher wiederkommen.