Stadtrat Leupi ist gnädig mit den Besetzern Kein Partyverbot im Zürcher Koch-Areal

Da sich die Lärmsituation beim Koch-Areal verbessert habe, spricht der Stadtrat im Moment kein Partyverbot aus. Man behalte die Situation aber genau im Auge.

Gnädiger Stadtrat Daniel Leupi: Kein Partyverbot im Zürcher Koch-Areal play
Das besetzte Koch-Areal in Zürich-Albisrieden. Keystone

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Der Zürcher Stadtrat hält an seiner bisherigen Position zum besetzten Koch-Areal in Zürich-Albisrieden fest. Die Lärmsituation habe sich seit der Einführung von neuen Regeln verbessert, schrieb der Stadtrat in einer Medienmitteilung. Im letzten Monat habe es «praktisch keine Lärmklagen» mehr gegeben.

Der neu zuständige Finanzvorsteher Daniel Leupi (Grüne) betonte: «Die Besetzer halten sich bezüglich den Lärmvorschriften an die Regeln.» Ein Partyverbot sei im Stadtrat zur Diskussion gestanden, aber angesichts der verbesserten Situation nicht angezeigt. Doch Leupi sagte: «Wir behalten die Situation genau im Auge.» 

Koch-Areal Dossier bei Leupi

Letzten Freitag hat der Stadtrat das Dossier Koch-Areal dem Polizeivorsteher Richard Wolff (Alternative Liste) wegen Befangenheit entzogen und die Verantwortung an Leupi übergeben. Grund sind Wolffs Söhne, die auf dem Koch-Areal wohnen. Daraufhin wurden in den Zürcher Medien vereinzelt sogar Rücktrittsforderungen laut – Wolff habe seine Befangenheit viel zu spät eingestanden.

Für Leupi bedeutet das Dossier eine zusätzliche zeitliche Belastung. Daher hofft er darauf, es bald wieder an Wolff abgeben zu können: «Spätestens wenn seine Söhne vom Areal weggezogen sind». 

Wegen Partys auf dem Koch-Areal sind bei der Zürcher Stadtpolizei im laufenden Jahr schon über 170 Lärmklagen eingegangen. Allerdings stammten drei Viertel der Klagen von den gleichen drei Personen. Laut Polizeisprecher Mathias Ninck fühlten sich insgesamt aber rund zwei Dutzend Anwohner gestört.

Gnädiger Stadtrat Daniel Leupi: Kein Partyverbot im Zürcher Koch-Areal play
Foto von einem Konzert der Berner Rapcrew Chaostruppe Anfang Oktober auf dem Koch-Areal.

«Besetzte Liegenschaften sind keine rechtsfreien Orte»

Nach langem Schweigen reagierte der Stadtrat am 6. Oktober und erliess neue Regeln für die Besetzer. Seither müssen diese potenziell lärmintensive Veranstaltungen dem Polizeidepartement zwei Wochen zuvor bekanntgeben. Bei Lärmbeschwerden werden allfällige Partys von der Polizei aufgelöst. Unter Umständen erlässt der Stadtrat ein befristetes Partyverbot. Bei Missachtung der Regeln ist die Räumung des Areals die ultimative Massnahme.  

Das seit 2013 besetzte Koch-Areal ist im Besitz der Stadt Zürich. Zwischen den Besetzern und der Stadt besteht ein Memorandum, in dem Pflichten bezüglich Gebäudesicherheit und Feuerschutz wie auch die finanzielle Regelung von Strom, Wasser und Abfall vereinbart sind.

Jetzt soll das Memorandum mit Auflagen bezüglich Sicherheit und baulichen Veränderungen ergänzt werden. Der Stadtrat hält fest, dass in besetzten Räumen kreative, soziale und kulturelle Aktivitäten entstehen. Betont wird aber auch: «Besetzte Liegenschaften sind keine rechtsfreien Orte.» (pfc)

Publiziert am 01.11.2016 | Aktualisiert am 10.11.2016

Das Zürcher Koch-Areal: Besetzt seit 2013

Vor drei Jahren kaufte die Stadt Zürich das Koch-Areal für rund 70 Millionen Franken der UBS ab. Seither besetzen mehr als 100 Personen das Areal im Zürcher Kreis 9. Mit lauten Partys und Konzerten zogen sie aber den Unmut der Nachbarn auf sich. Gemäss der Stadtpolizei gab es im laufenden Jahr bereits 171 Lärmklagen.

Seit dem 6. Oktober gelten neue Regeln für die Besetzer im Koch-Areal. Bei potenziell lärmintensiven Veranstaltungen muss die Stadt 14 Tage im Voraus informiert werden und die Nachbarn dürfen nicht mit Lärmbelästigungen gestört werden.

Frühestens 2020 sollen auf dem Areal gemeinnützige Wohnungen, Gewerberäume und ein Park entstehen.

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12 Kommentare
  • Dani  Rosso 03.11.2016
    Wo bleibt die Rücktrittsforderung? "Betont wird aber auch: «Besetzte Liegenschaften sind keine rechtsfreien Orte.» Der ist echt gut... Der Ort ist nicht rechtsfrei.. super... die Handlung (besetzen) schon...?! Das ist doch alles blabla...kreative, soziale und kulturelle Aktivitäten sind das die Mittel zur Legalität? oops die Party (SG) war auch kreativ (organisiert) sozial (sowieso) und kulturell (tja leider auch, ist ja auch eine Kultur).... noch fragen
  • jürg  frey aus teufen
    01.11.2016
    Die Jugend hat immer irgendwie verrückt gespielt, auch dass legt sich mal wieder. Ich gutiere das Verhalten in keiner Weise, aber deswegen Krieg anfangen ist auch nicht das Richtige. Was mich aber nervt ist das Leupi sagt Sicherheit sei oberstes Gebot, aber wenn ich den Aufbau auf dem Dach sehe, bezweifle ich dies stark.
  • Remo  Albrecht aus Höri
    01.11.2016
    Cool: im Tv sagt Herr Leupi, die Leute "wohnen" nicht dort, sonder "halten" sich dort auf, z.T. nur tagsüber. Woher weiss er das? Auf die Gegenfrage, ob er wisse, wer und wie viele Leute dort sind, weiss er keine Antwort. Also weiss er gar nichts!
    Wie viele Leute sind dort, die keine Steuer zahlen, Gelder der öffent. Hand erhalten, aber gegen das System sind und dagegen demonstrieren? Unbekannte Menge!
    Warum lässt man das überhaupt zu? Welche Ideologie steckt dahinter und was will man bezwecken?
  • Remo  Albrecht aus Höri
    01.11.2016
    Hört euch jetzt das Gespräch mit Herr Leupi auf Tele Züri an. Seine windenden Worte betr. "wir können in so kurzer Zeit nichts unternehmen, darum haben wir 2 Mietern andere Wohnungen angeboten" und die Aussage: betr. Partylärm können wir nichts machen. Ebenso hätten die Besetzer ein Depot von 25000 für Entsorgungen bezahlt, aber verhandelbar, er sagt: zu tief! Wie lange dauert die Besetzung schon an?
    Gegenüber der Steuer- und Mieten-zahlenden Leuten ein Hohn. Leupi= Wolf, keine Spur besser!
  • Remo  Albrecht aus Höri
    01.11.2016
    Heute im TV gesehen: auf dem Dach hängt ein Plakat:
    Hier Kocht das Leben
    Was muss man da noch sagen.

    Über die Aussagen der AL, SP und Grünen kann man nur den Kopf schütteln. Wie kann man solche Besetzungen dulden und befürworten? Die Leute kosten den Steuerzahler Geld (Räumungen, Entsorgungen, Finanz. Unterstützungen etc.). Woher stammt das Baumaterial? Im Jumbomarkt gekauft (mit welchem Geld?) oder irgendwo in der Nacht mitgenommen???? Hört auf endlich solche Missstände zu dulden!