Verwüstung in Zürich So prahlen die Chaoten

  • Publiziert: 09.02.2010, Aktualisiert: 03.01.2012

ZÜRICH – Es sei ein «Fest der Revolte» gewesen, meinen die Vandalen, die am Samstag einen Saubannerzug veranstalteten. Mit ihren Taten geben sie im Internet an – und ernten für die fadenscheinige Rechtfertigung Kritik.

Am Samstagabend entstand aus einem friedlichen Fest ein Saubannerzug, der massiven Schaden im Bereich der Langstrasse anrichtete. «Es ist eine Katastrophe», sagt Matthias Celik, Geschäftsführer von Christian Schmuck, gegenüber Blick.ch. «Wir haben über 100000 Franken Schaden», erzählt er. Die Scheiben seines Geschäfts sind eingeschlagen, die Wände vollgesprayt (siehe Diashow).

Gegen die «elenden Sozis»

Damit brüsten sich die Chaoten auf der Seite «indymedia.org» und verfassen zu ihren Taten hämische Kommentare: «Leider gab es nichts zu plündern, doch konnten zumindest symbolisch die kleinen Freuden der Bourgeoisie versaut werden.»

Es folgt die Auflistung der Geschäfte, die zerstört wurden. Und die Beschreibung, was sonst noch angegriffen wurde: «Autos, die teuer aussahen, eines der ‹Trouble Shooters› (elende Sozis) und besonders erfreulich, jenes vom StaPo-Sprecher Cortesi, der im falschen Moment neben der Demo auftauchte, wurden demoliert.»

«Besoffenes Partyvolk»

Heute wurde auf der Seite ein Flyer veröffentlicht, auf denen der Saubannerzug nachträglich gerechtfertigt wird: «Zahlreiche Personen aus verschiedensten sozialen Hintergründen ergriffen gemeinsam die Gelegenheit, um das anzugreifen, was die alltägliche Unterdrückung und die Macht der Reichen repräsentiert.» Immerhin geben die Chaoten zu, dass zerbrochene Scheiben nichts ändern. «Wir glauben, dass die Idee der Revolte Verbreitung findet.»

Nicht einmal bei den Lesern von Indymedia scheint die Aktion nur Anklang zu finden, wie einige Kommentare auf der Seite zeigen. So schreibt eine anonyme Leserin: «Die ca. 300-400 Leute waren zum allergrössten Teil besoffenes Partyvolk und Hools, die ganz sicher null Interesse an eurer ‹Gesellschaftsordnung› haben.»

Auch ein anderer Schreiber äussert harsche Kritik: «Wieso kann man nicht einfach zugeben, dass es um Party, Action und Demolieren ging? Wozu immer noch diese pseudopolitische Rechtfertigung, die doch eh kein Mensch mehr ernst nimmt?»

Der Geschäftsführer von Christian Uhren, Matthias Celik, empfindet gegenüber den Chaoten nur Wut: «Man darf es kaum sagen, aber manchmal wäre Selbstjustiz fast das Beste.» Denn auf die Polizei verlässt er sich nicht mehr. «Ich bin sehr enttäuscht von der Stadtpolizei Zürich.» (num)

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