ZÜRICH - Blick.ch berichtete heute über das unerbittliche Verhalten der SBB-Kontrolleure in den Nachtzügen. Keine Einzelfälle, sagen die Blick.ch-Leser
Wer nachts in der Grossregion Zürich mit dem öV unterwegs ist, muss fünf Franken Nachtzuschlag bezahlen – die Regeln sind einfach. Doch viele wissen das nicht, oder vergessen es. In diesem Fall kennt das SBB-Personal kein Erbarmen und geht unerbittlich gegen die Passagiere vor. Unfair und zu hart – finden einige Blick.ch-Leser.
Familie Roduner besitzt insgesamt fünf GAs: Je eines für die Eltern und die zwei Kinder, ja sogar der Hund hat ein GA. Eines nachts ist die Familie mit dem öV unterwegs. Von einem Nachtzuschlag wissen sie nichts und geraten in eine SBB-Kontrolle. «Wir wurden dann mitten in der Nacht aus dem Zug geworfen, wurden angeschnauzt, geduzt, es wurde sogar mit der Polizei gedroht», erzählt Philippe Roduner. «Wir mussten etwa eine Stunde warten, kassierten eine Busse von 375 Franken und mussten dann mit dem Taxi nach Zürich fahren.»
Das Sicherheitspersonal hat auch Dominic Sigrist aus Unterägeri aus dem Zug geworfen. «Ich hatte keinen Nachtzuschlag gelöst. Da wurde ich von drei Kontrolleuren umzingelt, bedroht und bei Zürich Hardbrücke aus dem Zug geworfen. Mein Portemonnaie und Handy waren noch bei meiner Frau im Zug. Es war unglaublich, in welchem Ton die Kontrolleure mit mir sprachen.»
Über den unfreundlichen Ton, den die Kontrolleure anschlagen, beklagen sich viele Leser. «Ich versuchte auch schon einer Kontrolleurin zu erklären, dass ich nichts von dem Zuschlag gewusst habe. Da meinte sie frech, ich hätte mich halt vor der Reise informieren müssen – morgens um halb drei», empört sich Adnan Makarevic.
Viele verstehen aber die harschen Umgangsformen der SBB-Mitarbeiter, finden sie machen einen sehr schwierigen Job. «Wenn man ein fleissiger öV-Benutzer ist, weiss man, wie sich viele Passagiere aufführen, wenn sie erwischt werden. Gerade in Nachtzügen, wo viele betrunkene und aggressive Fahrgäste unterwegs sind, kann ich es absolut verstehen, dass die Kontrolleure und das Sicherheitspersonal nicht mit sich reden lassen», sagt Luki Zurmühle.
Kevin Shields ist sogar froh, wenn Sicherheitspersonal anwesend ist. Denn: «Ich bin einmal in einem Nachtzug ohne Sicherheitspersonal gefahren und wurde gleich ausgeraubt. 250 Franken waren weg.»
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