Zweiter Unfall mit Dienstwaffe in diesem Jahr Sind die Pistolen zu gefährlich für Zürcher Polizisten?

  • Publiziert: 08.04.2010, Aktualisiert: 03.01.2012
  • Von Reda El-Arbi

DÜBENDORF ZH – Ein Beamter verletzte sich mit der Dienstpistole. Fatal: Sie lässt sich nicht sichern.

Wo lernen Zürcher Polizisten bloss schiessen? Ein 25-jähriger Kantonspolizist schoss sich gestern selbst ins Knie, als er die Waffe in den Holster am Gürtel stecken wollte.

Der Unfall mit der «Heckler & Koch P30» passierte abends um 18 Uhr im Polizeiposten Dübendorf. Der Mann erlitt einen Steckschuss im Kniebereich (Blick.ch berichtete).

Bereits der zweite Unfall in diesem Jahr


Dies ist bereits der zweite Schiessunfall mit dieser Pistolenart in diesem Jahr. Am 28. Januar schoss sich ein 23-jähriger Polizeiaspirant auf dem Schiessplatz am Flughafen in den Unterleib.

Das Gefährliche an dieser Waffe: Die für Polizeikorps entwickelte P30 verfügt über keinen mechanischen Sicherungshebel, wie beispielsweise beim Sturmgewehr der Armee. Die Waffe ist jederzeit schussbereit.

Polizei: Schussabgabe erfordert Kraft

Zu gefährlich für Zürcher Polizisten? «Wir wissen nicht, wie sich der Schuss lösen konnte», sagt Marcel Strebel von der Kapo. «Bevor wir uns Gedanken zur Bewaffnung machen, untersuchen wir den Vorfall genau.»

Die Waffe sei laut Strebel nicht leicht abzufeuern. «Es braucht schon Kraft.» Laut Hersteller benötigt der Abzug einen Druck von mindestens 24 Kilo, um den Schuss auszulösen.

Der Polizist wurde noch in der Nacht operiert und befindet sich ausser Lebensgefahr.

Speziell für Polizisten entwickelt

Die HK P30 ist eine speziell für die Polizei konzipierte, halbautomatische Handfeuerwaffe vom deutschen Waffenhersteller Heckler & Koch. Im Oktober 2008 genehmigte der Kanton Zürich insgesamt 1,6 Millionen Franken für die Neuausrüstung der Kapo mit P30, welche die älteren Schweizer Fabrikate SIG Sauer P225 und P228 ablösten.