Zürcher Strassenstrich weitet sich aus Sihlquai-Dirnen gehen fremd

  • Publiziert: 05.03.2010, Aktualisiert: 19.01.2012

ZÜRICH – Ein brutaler Verdrängungskampf herrscht auf dem Strassenstrich in Zürich. Während die Preise für schnellen Sex sinken, drängen die Prostituierten in die Langstrasse – verbotenerweise.

«Ficken?» Ohne grosse Einleitung suchen an der Langstrasse in Zürichs Ausgehmeile leichte Mädchen nach potenziellen Kunden. Schon am helllichten Tag bieten sie ihre Liebesdienste an. Das Problem dabei: In der Langstrasse ist das Anschaffen illegal. Doch der Verdrängungskampf am nahe gelegenen Strassenstrich am Sihlquai ist brutal.

Die Preise werden massiv gedrückt, wie eine Prostituierte gegenüber Blick.ch beschreibt. Sex ohne Gummi sei von jungen Ungarinnen bereits ab 50 Franken zu haben. Die Osteuropäerinnen überschwemmen den Markt, was der Stadt Sorgen bereitet.

Die Langstrasse leidet unter der Situation. In den letzten Jahren konnte das verrufene Rotlichtviertel mit neuen Bars, Restaurants und Clubs aufgewertet werden. Der «Kreis Cheib» gilt mittlerweile als szenige Ausgehmeile. Viele Striplokale und Bordelle haben ihre Türen geschlossen. Der Strassenstrich war praktisch verschwunden. Jetzt bieten blutjunge, blondierte Frauen Billigsex an.

Kathrin Sommerauer, Geschäftsführerin des Hotel Rothaus, bestätigt die Situation: «Sie verunsichern unsere Hotel-Gäste, ich muss sie wegweisen.»

Auch sie hat bemerkt, dass vor allem Ungarinnen auf dem Markt sind. Die aus armen Verhältnissen stammenden Sex-Arbeiterinnen stehen unter enormem Druck: «Die Stimmung ist durch die Situation am Sihlquai sehr aggressiv», sagt Sommerauer.

Das bestätigt auch der Projektleiter Langstrasse Plus, Rolf Vieli, gegenüber der «Aargauer Zeitung»: Man beobachte, dass Zuhälter Gebiete für sich beanspruchten und diese brutal verteidigten.

Ob die jüngste Gewalttat mit dem Machtkampf im Millieu zusammen hängt? Am Montag prügelte ein 52-jähriger Ungare in seiner Wohnung eine 30-jährige Landsfrau tot. Ob der Mann ein Zuhälter war, wollte die Staatsanwaltschaft nicht bestätigen, aber auch nicht dementieren. (zum/num)