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Paula O. sorgte für gewaltiges Aufsehen. Sie berichtete, dass sie von drei Neonazis überfallen worden sei, welche sie getreten und ihr «SVP» in den Körper geritzt haben sollen. Durch die Gewaltanwendung habe sie danach eine Fehlgeburt erlitten. Die ganze Schweiz war gestern erschüttert über diese Nachricht.
Heute wurde bekannt, dass sie nie schwanger war, nie überfallen wurde und sich höchstwahrscheinlich die Wunden selbst zufügte. Wieso tat sie so das?
«Dass sich eine junge Frau selbst ritzt, kommt häufiger vor als man denkt», weiss Gerichtspsychiater Dr. Josef Sachs. «Diese Menschen spüren sich nur noch durch die Schmerzen.»
«Traumatisches Erlebnis in der Kindheit»
Bei Paula O. kommen aber zwei Sachverhalte zusammen: Sie verstümmelt sich allem Anschein nach nicht nur selbst, sie gab auch Erlebnisse vor, die nie stattgefunden haben. «Das sieht man häufig bei Menschen, die unter psychischen Störungen leiden», erklärt Sachs. Dies könne verschiedene Ursachen haben: Doch «Persönlichkeitsstörungen treten oft bei traumatischen Erlebnissen in der Kindheit auf.»
»Menschen, die solche Erlebnisse erfinden, suchen Beachtung. Sie treten in den Opferstatus um Aufmerksamkeit und Zuwendung zu erfahren.» Wer so etwas tue, suche nach einer neuen Identität, da er mit der eigenen nicht zufrieden sei, erklärt Sachs.(gca)
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Gerichtspsychiater Dr. Josef Sachs: «Dass junge Frauen sich ritzen, kommt häufiger vor als man denkt.» (ZVG)