Sie hatte eine Dreiviertel-Million auf dem Konto: Goldküsten-Ärztin erschleicht 212'000 Franken Sozialhilfe!

Dr. med. C.P. (55), Ärztin an der Goldküste ist angeklagt wegen gewerbsmässigem Betrug. Sie hat ein Vermögen von knapp einer dreiviertel Million Franken, und kassierte trotzdem rund 212 000 Franken Sozialhilfe. «Ich hatte Schwierigkeiten», sagt sie.

Die Angeklagte verlässt mit ihrem Anwalt das Gericht. play

Die Angeklagte verlässt mit ihrem Anwalt das Gericht.

Siggi Bucher

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Gestern, 14.32 Uhr, Bezirksgericht Zürich. Eine zierliche Frau, unscheinbar gekleidet, betritt unsicher das Gebäude. Sie weiss nicht genau, wohin sie gehen muss. 50 Minuten später nimmt der Richter in Saal 134 die Personalien der Frau auf: Dr. med. C. P.* (55), Ärztin an der Goldküste, angeklagt wegen gewerbsmässigen Betrugs.

Zwischen 2003 und 2011 hat die Frau mit dem unschuldigen Aussehen Sozialhilfe kassiert – insgesamt rund 212 000 Franken. Das Problem: Schon zu Beginn der Zahlungen der Sozialhilfe verfügte die Ärztin auf privaten Konten über ein Vermögen von rund 156 000 Franken. 2011 brachte sie es gar auf ein Vermögen von knapp 750 000 Franken.

Was sie auf die Idee gebracht habe, Sozialhilfe zu beantragen, will der Richter von der Angeklagten wissen. «Ich bin nicht automatisch auf die Idee gekommen. Ich hatte Schwierigkeiten, wurde missbräuchlich gekündigt. Ich habe Fehler gemacht», sagt C. P. und wird rot dabei. Ob sie denn psychische Probleme gehabt habe: «Ja.» – «Und heute?», will der Richter wissen. «Ich glaube, ich muss weiterkämpfen», sagt die Betrügerin.

Seit 2010 hat sie wieder eine eigene Praxis – an der Goldküste. «Ich bin sehr zufrieden, vor allem, weil die Patienten es sind», sagt sie.

Ob die Ärztin mit dem Urteil so zufrieden ist wie die Patienten mit ihrer Behandlung? Sie bekommt 24 Monate auf Bewährung und muss eine Geldstrafe von 2000 Franken entrichten. Die Konten von C. P. werden entsperrt. Davon muss die Sozialhilfebetrügerin die 212 000 Franken zurückzahlen, die sie sich über die Jahre erschlichen hat.

Es wird sich zeigen, ob C. P. weiterhin praktizieren darf. Denn: «Die Gerichte sind angehalten, der Gesundheitsdirektion Sachverhalte mitzuteilen, die bewilligungsrelevant sein könnten. Erfolgt eine derartige Information, wird der Sachverhalt geprüft», sagtDaniel Winter, Sprecher der Gesundheitsdirektion Zürich.

* Name der Redaktion bekannt

Publiziert am 07.11.2014 | Aktualisiert am 07.11.2014
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46 Kommentare
  • Francois  Rominger , via Facebook 07.11.2014
    "eine zierliche Frau, unscheinbar gekleidet"
    Wenn man die Tasche und den Mantel als unscheinbar wertet, dann laufe ich in Lumpen rum !
  • Lucie  Dettwiler aus Liestal
    07.11.2014
    Eine Bekannte, gehbehindert, braucht ein Treppenlift. Da die IV nur ein Teil übernimmt musste sie Fr 13000. selber berappen. Sie klopfte bei verschiedene Stellen an um einen Zustupf zu bekommen, es hiess wenn man nicht am Existensminimum ist gibt es nicht.
    Dies ohne die finanzielle Lage zu prüfen.
  • gerber  hanspeter 07.11.2014
    Zum glück sind ihre kontos gesperrt ,und sie muss das Geld zurückzahlen.
  • Dan  Werker 07.11.2014
    Fehler eingestehen kann sie ganz gut, jedoch bezeichnenderweise jeweils erst wenn diese publik werden. Dies war auch schon bei ihrer Mieter-Abzockeraffäre der Fall. Nur, die angemessenen Konsequenzen aus ihren Fehlern zu ziehen und zurückzutreten scheint Kiener-Nellen bedeutend schwerer zu fallen. Ich hoffe sehr, dass ihr die WählerInnen demnächst dabei behilflich sind!
  • Sabahudin  Kantarevic , via Facebook 07.11.2014
    Ich frage mal Blick , ist das eine Schweizerin, oder ist das eine Schweizerin mit Migrationshintergrund , was für eine Schande , eine Akademikerin. Es zeigt sich immer wieder das nicht nur normale Menschen unsere Sozialstaat betrügen sondern auch hochqualifizierte Persönlichkeiten. Es ist ein Schlag ins Gesicht allem Steuerzahler.