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Frau Maurer, seit den Ausschreitungen vom Samstag meldeten Sie sich nicht zu Wort. Wieso?
Ich habe zwei Grundsätze: Erstens sollen jene informieren, die etwas zu sagen haben, und zweitens äussere ich mich erst dann, wenn ich die Situation auch überblicke. Ich musste mir erst ein vollständiges Lagebild verschaffen.
Wie schätzen Sie den Polizeieinsatz bei den Samstagskrawallen ein?
Die verfügbaren Kräfte haben ein Maximum an Schadensbegrenzung erreicht. Eine spontane gewalttätige Demonstration mit mehreren hundert Teilnehmenden ist eine absolute Ausnahme in der Stadt Zürich.
Ziehen Sie politische Konsequenzen aus dem Vorfall?
Die Stadtpolizei erarbeitet schon seit längerem ein neues Alarmierungssystem für unvorhergesehene Einsätze – analog zur Pager-Alarmierung bei der Feuerwehr. Es ist aber verfehlt, wegen diesem Vorfall eine stehende Einsatzreserve zu fordern.
Es braucht nicht mehr Polizisten?
Die Kosten würden in keinem Verhältnis stehen zum Nutzen, zumal es etwa sieben Jahre her ist, seit eine solche Aktion «Reclaim the Street» zum letzten Mal zu Ausschreitungen führte. Die Stadtpolizei soll, aufgrund der gesellschaftlichen Entwicklungen wie etwa der 24-Stunden-Gesellschaft und des Nachtlebens, ihre Organisation laufend anpassen und gleichzeitig aber auch den Sollbestand überprüfen und wo nötig erhöhen.
Also geschieht nichts?
Es ist wie beim Risk Management: Man beurteilt die Kosten aufgrund des möglichen Schadensausmasses. Und da kann man unschwer feststellen, dass die Kosten für eine derartige Einsatzreserve pro Tag gleich hoch wären wie die Schadenshöhe, wenn eine solche Krawalldemo stattfindet.
Esther Maurer Spricht erstmals nach den Krawallen.- Keystone