«Kassensturz»-Skandal SF-Haldimann schuldig gesprochen

  • Publiziert: 21.08.2009, Aktualisiert: 13.01.2012

ZÜRICH – SF-Chefredkator Ueli Haldimann und vier seiner Mitarbeiter sind des mehrfachen Abhörens und Aufnehmens fremder Gespräche schuldig gesprochen worden.

SF-Chefredaktor Ueli Haldimann und vier Mitarbeitende sind vom Bezirksgericht Zürich des mehrfachen Abhörens und Aufnehmens fremder Gespräche schuldig gesprochen worden. Zu Freisprüchen kam es dagegen im Anklagepunkt Hausfriedensbruch.

Über das Strafmass gegen Haldimann teilte SF lakonisch mit, es sei «milder als von der Anklage beantragt» ausgefallen. Auf Anfrage präzisierte SF-Sprecher David Affentranger, Haldimann werde mit einer bedingten Geldstrafe im Gesamtumfang von rund 8000 Franken bestraft – wieviele Tagessätze in welcher Höhe gab Affentranger nicht bekannt.

Staatsanwalt Lukas Wehrli hatte gegen den Chefredaktor eine bedingte Geldstrafe von 30 Tagessätzen à 560 Franken – insgesamt 16800 Franken – verlangt, sowie eine Busse von 6000 Franken.

Auch gegen die übrigen vier Angeklagten sprach das Gericht bedingte Geldstrafen aus. Die Gesamtsummen liegen hier laut Affentranger zwischen 1000 und 5000 Franken.

Die fünf Angeklagten standen im vergangenen Mai vor dem Bezirksgericht.

Bei dem Verfahren ging es um Aufnahmen mit versteckter Kamera für Beiträge im «Kassensturz». Die Autoren wollten zeigen, dass vor Schönheitsoperationen die Risikoaufklärung teilweise mangelhaft sei. Dazu setzte das SF eine ehemalige Schönheitskönigin als Lockvogel ein. Sie sollte vorgeben, mit ihren – ganz offensichtlich tadellosen – Brüsten nicht zufrieden zu sein. Zwei Schönheitschirurgen und eine Praxisassistentin hatten darauf Anzeige erstattet. (SDA/gux)