Die Stadtpolizei Zürich geriet in den vergangenen Jahren wiederholt in die Negativ-Schlagzeilen.
Schon wieder: Strafverfahren gegen zwei Zürcher Stadtpolizisten Serhane (41): «Sie brachen mir das Bein»
Schwerer Verdacht gegen zwei Beamte der Stadtpolizei Zürich: Sie sollen einem Unschuldigen den Schienbeinknochen zertrümmert haben. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Amtsmissbrauch.
Von Benno Kälin | Aktualisiert um 10:22 | 08.03.2009

Opfer Serhane Abdeljalil am Ort des Geschehens an der Zürcher Langstrasse. (Benno Kälin)
Knapp ein Jahr nach der Polizeiattacke hinkt Serhane Abdeljalil (41) immer noch. Die Muskelmasse seines linken Beins ist um die Hälfte geschrumpft. «Beim Gehen habe ich starke Schmerzen», sagt er zu SonntagsBlick: «Und beim Treppensteigen muss ich mich abstützen.»
Der mit einer Schweizerin verheiratete Nordafrikaner mit C-Bewilligung fühlt sich von den Stadtpolizisten aufs Gröbste misshandelt: «Ich widersetzte mich keinen Anweisungen. Ich tat nichts Unrechtes.»
Der Vorfall geschah im Rahmen einer Personenkontrolle am 19. Mai 2008. Abdeljalil geht die Langstrasse entlang. Um 16 Uhr erreicht er die Kreuzung zur Militärstrasse. Neben ihm stoppt ein Polizeiwagen. Zwei Beamte steigen aus. «Sie sprangen mich sofort an, würgten mich und drückten mir die Hände nach hinten», so Abdeljalil. Die Stadtpolizisten I. K.* (29) und F. H.* (26) hielten ihn wohl für einen Kügelidealer. «Sie sagten: ‹Öffne den Mund!›»
Später eskaliert die Situation. «Einer der Polizisten kickte mir seitlich gegen das Schienbein. Etwa beim fünften Schlag brach der Knochen.» Den verletzten Unterschenkel habe es gegen die Laufrichtung nach aussen weggedreht, klagt Abdeljalil: «Man hörte das Knacken weit herum.» Tatsächlich muss der Schlag heftig gewesen sein.
Die Röntgenbilder beweisen: Abdeljalils Schienbeinknochen wurde in mehrere Teile zersplittert. Am 6. Juni flickten ihm die Ärzte den Knochen wieder zusammen. Die Operation dauerte sechs Stunden! Immer noch stecken Schrauben und Platten in seinem linken Bein.
Nach dem Zugriff an der Langstrasse stiessen weitere Polizisten hinzu. Zusammen hätten sie ihn verhöhnt: «Es gab ein Gelächter und sie nannten mich Arschloch. Als ich mich beschwerte, hiess es: ‹Halt die Klappe!›» Um Zeugen fernzuhalten, hätten sie ihn in eine Seitengasse geschleift, sagt Abdeljalil.
Der Tonfall habe schlagartig geändert, als ein Vorgesetzter eintraf. Der Chef hätte sofort befohlen, ihm die Handschellen abzunehmen, sagt der Marokkaner. Der Gruppenführer habe sehr verärgert gewirkt: «Wohl weil sie bei mir nichts fanden und nicht einmal nach einem Ausweis verlangten.»
Staatsanwältin Christine Braunschweig (41) bestätigt, dass sie gegen die beiden Polizisten I. K. und F. H. eine Strafuntersuchung wegen Amtsmissbrauch mit Körperverletzung führt: «Die Befragungen laufen noch», so Braunschweig. Die Stadtpolizei sagt, Serhane Abdeljalil sei im Rahmen einer Schwerpunktkontrolle im Zusammenhang mit Drogen im Kreis 4 kontrolliert worden.
Sie widerspricht Abdeljalil: «Er widersetzte sich gemäss unseren bisherigen Erkenntnissen der Kontrolle, weshalb er von den Polizisten zu Boden geführt werden musste. Dabei hat er sich bedauerlicherweise die Verletzung zugezogen.» Die Kontrolle sei verhältnismässig gewesen, so Susann Birrer, Chefin der Infostelle, weiter. Die beiden Polizisten seien nach wie vor im Dienst: «Wir warten das Ergebnis der Untersuchung ab und treffen nötigenfalls Massnahmen.»
*Namen der Redaktion bekannt
Der mit einer Schweizerin verheiratete Nordafrikaner mit C-Bewilligung fühlt sich von den Stadtpolizisten aufs Gröbste misshandelt: «Ich widersetzte mich keinen Anweisungen. Ich tat nichts Unrechtes.»
Der Vorfall geschah im Rahmen einer Personenkontrolle am 19. Mai 2008. Abdeljalil geht die Langstrasse entlang. Um 16 Uhr erreicht er die Kreuzung zur Militärstrasse. Neben ihm stoppt ein Polizeiwagen. Zwei Beamte steigen aus. «Sie sprangen mich sofort an, würgten mich und drückten mir die Hände nach hinten», so Abdeljalil. Die Stadtpolizisten I. K.* (29) und F. H.* (26) hielten ihn wohl für einen Kügelidealer. «Sie sagten: ‹Öffne den Mund!›»
Später eskaliert die Situation. «Einer der Polizisten kickte mir seitlich gegen das Schienbein. Etwa beim fünften Schlag brach der Knochen.» Den verletzten Unterschenkel habe es gegen die Laufrichtung nach aussen weggedreht, klagt Abdeljalil: «Man hörte das Knacken weit herum.» Tatsächlich muss der Schlag heftig gewesen sein.
Die Röntgenbilder beweisen: Abdeljalils Schienbeinknochen wurde in mehrere Teile zersplittert. Am 6. Juni flickten ihm die Ärzte den Knochen wieder zusammen. Die Operation dauerte sechs Stunden! Immer noch stecken Schrauben und Platten in seinem linken Bein.
Nach dem Zugriff an der Langstrasse stiessen weitere Polizisten hinzu. Zusammen hätten sie ihn verhöhnt: «Es gab ein Gelächter und sie nannten mich Arschloch. Als ich mich beschwerte, hiess es: ‹Halt die Klappe!›» Um Zeugen fernzuhalten, hätten sie ihn in eine Seitengasse geschleift, sagt Abdeljalil.
Der Tonfall habe schlagartig geändert, als ein Vorgesetzter eintraf. Der Chef hätte sofort befohlen, ihm die Handschellen abzunehmen, sagt der Marokkaner. Der Gruppenführer habe sehr verärgert gewirkt: «Wohl weil sie bei mir nichts fanden und nicht einmal nach einem Ausweis verlangten.»
Staatsanwältin Christine Braunschweig (41) bestätigt, dass sie gegen die beiden Polizisten I. K. und F. H. eine Strafuntersuchung wegen Amtsmissbrauch mit Körperverletzung führt: «Die Befragungen laufen noch», so Braunschweig. Die Stadtpolizei sagt, Serhane Abdeljalil sei im Rahmen einer Schwerpunktkontrolle im Zusammenhang mit Drogen im Kreis 4 kontrolliert worden.
Sie widerspricht Abdeljalil: «Er widersetzte sich gemäss unseren bisherigen Erkenntnissen der Kontrolle, weshalb er von den Polizisten zu Boden geführt werden musste. Dabei hat er sich bedauerlicherweise die Verletzung zugezogen.» Die Kontrolle sei verhältnismässig gewesen, so Susann Birrer, Chefin der Infostelle, weiter. Die beiden Polizisten seien nach wie vor im Dienst: «Wir warten das Ergebnis der Untersuchung ab und treffen nötigenfalls Massnahmen.»
*Namen der Redaktion bekannt
Das Sündenregister der Stadtpolizei Zürich
Das sagen Blick.ch-Leser
- Pfeifenhammer, Stäfa - 16:12 | 08.03.2009
- » Habe ich duzende mahle selber erlebt, als ich noch abhängig wahr. Leider ist die Stimmung heute sehr geritzt, Gewalt produziert bekanntlich gegengewallt.
- Franz Klammer, Zürich - 16:10 | 08.03.2009
- » Typisch Stadtpolizei Zürich... Immer negativ auffallen. Sie würden lieber das Personal richtig und psychologisch schulen, sowie die Staatsanwaltschaft mal handeln und jeden Drogendealer entweder 20 Jahre hinter Gitter oder entsprechend Ausweisen mit Funkchip unter der Haut damit an der Grenze gleich mal der Alarm klingt wenn dieser 2 Tage später in Basel oder Chiasso über die Grenze will. So einfach wärs.
- alessandro, bern - 15:10 | 08.03.2009
- » es ist hier nur eine seite des "zwischenfalls" dargestellt. ob dies wirklich so passiert ist wage ich zu bezweifeln.
- Marietta, 6472 Erstfeld - 14:19 | 08.03.2009
- » Leider kenne ich auch so einen brutalen Fall, dass 2Polizisten in Zürich einen unschuldigen Schweizer Mann zusammengeschlagen haben.Leider dürfen sich ja die alles erlauben, so eine Schande
- Carlton, Bern - 13:37 | 08.03.2009
- » Diese Polizisten schauen einfach zu viel CSI Miami und K11. Die verlieren jedes Mass. Ich rede aus Erfahrung.
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