
Bitte melden Sie sich an, um Ihren Kommentar abzugeben.
Wenn Sie ein Konto bei Facebook haben, können Sie sich damit anmelden.
Hinter ihr liegen Wochen voller Trauer und Scham. Ihr Sohn Patric Suter (32) sitzt im Gefängnis. Er ist einer der Hauptverdächtigen im Schenkkreis-Mord von Grenchen (BLICK berichtete). Ihr einziger Trost: Der 11 Monate alte Rottweiler Andos. Patrics Lieblingshund, der im eigenen Zwinger sein Anwesen in Hallwil AG bewachte.
Auch Sonntagnachmittag war die 55-jährige Witwe aus Schaffhausen im Industriequartier Majorenacker unterwegs. In der Nähe bewohnt sie eine Parterrewohnung, hier trägt sie täglich die Zeitung aus. Andos war ihr letzter Halt in dieser schwierigen Zeit. Wie immer lief sie ohne Leine, sie vertraute dem jungen Hund. Ein fataler Fehler!
Plötzlich erblickt der Rüde eine vierköpfige Familie, die auf einer Wiese grillen will. Er rennt auf sie zu, das Mädchen (10) hat Angst und beginnt zu schreien. Zuviel für den Hund: Wie von Sinnen stürzt sich Andos auf den vierjährigen Buben. Immer wieder schnappt der Rüde zu und verbeisst sich in sein hilfloses Opfer.
Wie gelähmt betrachtet die Familie die Attacke, schliesslich fasst die 19-jährige Schwester Mut und reisst den Rottweiler vom Kopf des Buben.
Mit schweren Bissverletzungen muss das Opfer ins Spital gebracht werden, auch die 19-Jährige wird von Andos verletzt. Doch so rettet sie ihrem kleinen Bruder das Leben!
Zwar ermittelt die Kantonspolizei noch den genauen Hergang, doch Polizeisprecher Patrick Caprez bestätigt: «Bei dem Rottweiler handelt es sich um ein Tier von einem Hauptverdächtigen der Schenkkreis-Morde!» Pikant: Der Rüde wurde von der ebenfalls in U-Haft sitzenden Ruth S. (48) aus einer deutschen Zucht direkt an Suter vermittelt.
Doch der junge Hund war das Leben ausserhalb des Zwingers nicht gewohnt!
Der Rottweiler reagierte aggressiv auf Stress
Ein Wesenstest hat bei dem jungen Rüden nie stattgefunden, das Hundegesetz des Kantons Schaffhausen sieht auch keinen Leinen- oder Maulkorbzwang bei Rottweilern vor. Trotzdem warnt ein Hunde-Experte: «Bei Rottweilern ist die Erziehung ein entscheidender Faktor. Nach so langer Zeit im Zwinger sind die Hunde nicht auf das normale Alltagsleben vorbereitet und reagieren auf Stress aggressiv!»
Die betroffene Familie versucht mit Hilfe von Care-Teams den Angriff zu verarbeiten.
Auch die Mutter von Patric Suter hat einen Schock erlitten und befindet sich bei Bekannten.
Für Andos scheint das kurze Hundeleben bald beendet. Er ist in Obhut des stellvertretenden Kantonstierarztes Peter Uehlinger (42). Der Veterinär muss nun entscheiden, wie es weitergeht: «Wir müssen feststellen, ob ein nachträglicher Wesenstest durchgeführt werden soll. Wenn die Beurteilung negativ ausfällt, müsste das Tier eingeschläfert werden.»
Für den kleinen Buben kommt dieser Schritt zu spät. Er wird sich ein Leben lang an Andos erinnern.