Schwangere geritzt: Waren es Neonazis?

  • Publiziert: 12.02.2009, Aktualisiert: 03.01.2012
  • Von Mario Gertschen und Ann Guenter

ZÜRICH – Die 26-jährige Brasilianerin P.O.* wurde beim Bahnhof Stettbach offenbar von Neonazis angegriffen und mit Messern schwer geritzt. Die Schwangere soll deswegen ihre zwei ungeborenen Kinder verloren haben!

P. O.* war am vergangenen Montag gegen 19.30 Uhr zu Fuss beim Bahnhof Stettbach unterwegs. Sie telefonierte mit ihrer Mutter, sprach mit ihr auf Portugiesisch.

Auf einmal hätten sie mehrere Personen attackiert, erzählte die 26-Jährige der Polizei.

Die Männer hätten sie festgehalten, mit Fusstritten traktiert – und ihr dann mit Messern über den ganzen Körper die Buchstaben «SVP» eingeritzt!

Viktoria Cleaver vom brasilianischen Generalkonsulat erzählt ausserdem gegenüber Blick.ch: Als die Männer von der jungen Frau abliessen, habe sich die junge Frau zur Damentoilette des Bahnhofs geschleppt. Hier erlitt sie nach eigenen Angaben eine Fehlgeburt.

Cleaver zufolge rief sie danach ihren Schweizer Freund an. Dieser habe die Polizei verständigt.

Die Stadtpolizei Zürich bestätigt: Der besagte Anruf sei am Montag eingegangen. Die Polizei sei mit der Sanität zum Bahnhof Stettbach ausgerückt.

Am Tatort sei eine umfassende Spurensicherung gemacht worden. Über medizinische Abklärungen könne derzeit keine Auskunft gegeben werden. Die genauen Umstände des Vorfalls seien weiter unklar. Die Stadtpolizei Zürich ermittle in allen Richtungen.

Dass es sich bei den mutmasslichen Tätern um drei Schweizer Neonazis gehandelt haben soll, will die Polizei jedoch nicht bestätigen.

Die Frau sei ins Unispital Zürich gebracht worden, berichtet Cleaver weiter. Die Eltern von P.O. sind jetzt in die Schweiz gereist, um ihrer Tochter beizustehen.

Der Fall macht bereits in Brasilien Schlagzeilen. Denn P.O. ist die Tochter eines landesweit bekannten Anwalts.

Die Polizei sucht Personen, die kurz nach 19:30 Uhr an der Dübendorfstrasse 447, beim Bahnhof Stettbach, in der Umgebung des Notausgangs verdächtige Wahrnehmungen gemacht haben. Sie werden gebeten, sich mit der Stadtpolizei Zürich, Tel. 0 444 117 117, in Verbindung zu setzen.

*Name der Redaktion bekannt

SVP äussert sich nicht

Was sagt die SVP zu diesem schrecklichen Übergriff? Auf Nachfrage sagte Sprecher Alain Hauert, dass die SVP zuerst die Informationen der Polizei abwartet, bevor sie Stellung dazu nimmt.