Hier wollen die ZSC Lions ein Stadion bauen Schrebergärtner rüsten für Eiszeit

  • Publiziert: 03.02.2010, Aktualisiert: 03.01.2012

ZÜRICH – Schädlingsbekämpfung gegen die «Lions»: Der Familiengartenverein Altstetten-Albisrieden sammelt Unterschriften zur Rettung von 120 Gärten.

120 Schrebergärten vor den Toren Zürichs sind vor dem Aus: Die Grünfläche in Altstetten ist der geplante Standort für einen neuen Eishockey-Tempel der ZSC Lions. Ab der Saison 2015 sollen hier bis zu 12000 Fans zu Spielen antanzen, wo heute ein paar hundert Menschen Gemüse anpflanzen.

Darum sammeln die Mitglieder des Familiengartenvereins Altstetten-Albisrieden ab dem kommenden Wochenende Unterschriften. Damit wollen sie verhindern, dass ihre 120 Zellen im Garten «Vulkan» zwischen Auto- und Eisenbahn dem Stadion zum Opfer fallen.

Gärtner wollen Umzonung verhindern

Der Entscheid, eine Petition zuhanden des Stadtrates zu lancieren, sei gestern Abend einstimmig gefallen, sagte Vereinspräsident Benjamin Jaggi. Man sei auch bereit, sich auf politischer Ebene zu engagieren und alle Hebel in Bewegung zu setzen, um die Umzonung der Fläche zu verhindern.

Falls dies nichts bringe, erwäge man juristische Schritte, sagte Jaggi weiter. «Wir werden das nicht kampflos hinnehmen.»

«Dunkelhölzli» keine Alternative

Vertreter von Grün Stadt Zürich präsentierten den Schrebergärtnern gestern eine allfällige Alternative: das «Dunkelhölzli»-Areal in Altstetten unweit des jetzigen Standortes. «Für uns kommt das nicht in Frage», kommentierte Jaggi das Angebot. Einen Garten könne man nicht einfach so verpflanzen.

Vom Vorgehen der Stadt Zürich sind die Schrebergärtner enttäuscht. «Wir haben am Dienstagabend offiziell die Information erhalten, dass unsere Gärten wegen des Stadions abgerissen werden sollen», so Jaggi. Zuvor habe man alle Informationen aus der Presse erfahren müssen. (SDA/dip)

Mehr Infos auf der Website des Familiengartenvereins

So begründet die Stadt die Standort-Wahl

«Der vorgesehene Standort für das neue Eis- und Sportstadion ist mit dem öffentlichen Verkehr gut erschlossen. (...) Zudem gehört der Boden, auf dem heute Familiengärten sind, der Stadt Zürich. (...) Altstetten ist klar die erste Wahl, sollte das Projekt aber entgegen den Erwartungen nicht realisiert werden können, wäre die offene Rennbahn in Oerlikon eine Option (...). Die Evaluation hat deutlich gemacht, dass es auf Stadtgebiet keine Flächen der gesuchten Grösse mehr gibt, die nicht andere Interessen tangieren.»