Ritz-Attacke hat diplomatische Folgen

  • Publiziert: 12.02.2009, Aktualisiert: 14.01.2012

ZÜRICH – Aus ihrem Heimatland kommen im Fall um die angeblich misshandelte Brasilianerin happige Vorwürfe an die Zürcher Behörden. Jetzt musste sogar der Schweizer Botschafter Stellung beziehen.

Eine 26-jährige Brasilianerin sagt, sie sei von drei Schweizer Neonazis brutal überfallen und misshandelt worden: Mit einem Teppichmesser sei sie am vergangenen Montag beim Bahnhof Stettbach an Bauch und Beinen geritzt worden. Und habe darauf eine Fehlgebrut erlitten (Blick.ch berichtete).

Der Fall machte nicht nur in der Schweiz, sondern auch in Brasilien grosse Schlagzeilen. Und von dort kommen jetzt happige Vorwürfe an die Zürcher Behörden: Die Polizei habe der Frau nicht geglaubt und den Fall nicht seriös untersucht, sagte ein Onkel der Brasilianerin im Fernsehen.

«Vollständige und transparente» Untersuchung

Jetzt wurde der Schweizer Botschafter in Brasilien ins Aussenministerium zitiert. Gemäss der französischen Nachrichtenagentur AFP habe Aussenminister Celso Amorim die Schweiz formell um eine «vollständige und transparente» Untersuchung gebeten.

Auch die brasilianische Konsulin in Zürich macht Druck auf die Zürcher Behörden: «Die brasilianische Regierung erwartet, dass die Ermittler mit aller Kraft die Schuldigen suchen, und dass die Täter dann auch bestraft werden», sagte sie gegenüber «10 vor 10».

Die Stadtpolizei Zürich ermittelt laut Sprecher Marco Cortesi in alle Richtungen. Unter anderem werde auch die Videoüberwachung am Bahnhof Stettbach ausgewertet Und die Frau werde zur Zeit intensiv befragt. (SDA/noo)

play Auf Bauch und Beinen der Brasilianerin sind die Buchstaben «SVP» sowie weitere Schnitte eingeritzt. (ZVG)