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Dieser Volvo (l.) wurde von einem Schwarzfahrer abgeschossen, sein eigenes Auto krachte danach in die Kirche am rechten Strassenrand. (Kapo Zürich)
Freitagabend in Hombrechtikon ZH. Ein junger Mann verliert die Kontrolle über seinen Nissan, schiesst einen korrekt fahrenden Volvo ab und kracht in eine Säule an der reformierten Kirche. Drei Menschen werden teils schwer verletzt, nur der Unfallverursacher bleibt unbeschadet (Blick.ch berichtete).
Es ist einer von jährlich 3000 Unfällen mit Personenschaden im Kanton Zürich. Die Polizei stellt fest: Der 19-Jährige sass betrunken am Steuer – und hat noch keinen Führerausweis.
Damit gehört er zu den sogenannten Schwarzfahrern. Die Zahlen zu diesem Phänomen lassen leer schlucken: Im Jahr 2007 erwischte die Polizei landesweit 3000 Lenker, die noch nie einen Ausweis hatten.
Denn bei Motorfahrzeugen für den Strassenverkehr gilt: Besitzen darf sie jeder, nur der Gebrauch setzt einen Führerausweis voraus. Letzteres ist eine Hürde, die gerne illegal umfahren wird. Zu laut ist der Ruf der Strasse, zu leicht der Zugang zu einem Auto. Auch zum eigenen.
«Jeder darf ein Auto einlösen», bestätigt die Chefsekretärin des Zürcher Strassenverkehrsamtes. Das gilt für die ganze Schweiz. «Dazu brauchts kein Billett. So könnte mir etwa auch meine Mutter, die nie gefahren ist, einen Wagen kaufen und die Nummer einlösen.»
Der Zürcher Verkehrspsychologe Franz Brander beschrieb die Schwarzfahrer im BLICK als «meist labile Menschen, denen soziale Normen egal sind. Die eine Auszeit bräuchten, um über sich nachzudenken.»
Nachdenklich stimmt auch das Gesetz: Fahren ohne Ausweis wird nur als Übertretung geahndet. Wer die Fahrprüfung nie geschafft hat, kommt mit einer 800-Franken-Busse davon. Teuer wirds für Schwarzfahrer erst, wenn sie Menschen verletzen – wie beim Unfall von Hombrechtikon.