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Drogendeal im «Chreis Cheib»? Die Gesichter sind auf Street View erkennbar, Blick.ch hat sie verpixelt. (Google)
Am helllichten Tag in Zürichs berüchtigtem «Chreis Cheib». Grad vis-à-vis des Schulhauses. Obskurer Typ mit roter Baseballmütze steckt drei jungen Mädchen Päckchen zu. Ein Dealer, der Drogen an Minderjährige vertickt? Der Mann ist gut zu erkennen. Auch die Teenager sind es.
Kein heimlich aufgenommenes Fahnderfoto, sondern frei zugänglich auf dem Internet. Für jedermann. Dank Google Street View.
Seit Mitte August ermöglicht der neue Internetdienst Online-Spaziergänge durch Schweizer Strassen. Und lichtet so auch manchen Arglosen ab.
Ein BLICK-Leser «wandert» mit Street View durch die Kanzleistrasse und stockt bei Hausnummer 61. Eine Drogendeal im Kreis 4? Er alarmiert den BLICK. Und wir fragen: Kann Google Street View auch Verbrechen aufdecken?
Judith Hödl, Sprecherin der Zürcher Stadtpolizei: «Wir werden dem Hinweis auf jeden Fall nachgehen. » Aber nicht jeder Falschparkierer oder Wildpinkler, der von Street View zufällig abgelichtet wird, muss mit Bussen rechnen. «Wir werden Google Street View nicht systematisch als zusätzliche Info-Quelle benutzen», sagt Hödl.
Dennoch hagelt es Beschwerden. Google montiert Kameras auf Autodächer, filmt damit über Hecken und Mauern, macht selbst vor Bordellen nicht halt. Die Aufnahmen sind auf Street View zu sehen.
«Es gibt das Recht auf das eigene Bild. Das darf ein kommerziell organisiertes Unternehmen nicht einfach aushebeln», sagt Hanspeter Thür im Interview mit dem SonntagsBlick. Der eidgenössische Datenschutzbeauftragte fordert: Google muss alle Gesichter und Autokennzeichen unkenntlich machen. Thür: «Die Privatsphäre und die Persönlichkeitsrechte müssen in der Schweiz besser geschützt werden.»