Pilotversuch in Zürich Polizisten erhalten Bodycams

Zürcher Stadtpolizisten tragen bei Personenkontrollen ab Neujahr Kameras auf dem Körper. Damit will der Stadtrat gewalttätige oder verbale Übergriffe verhindern.

Aktuell auf Blick.ch

Top 3

1 Wildwest beim «Saloon» in Wetzikon ZH Polizist springt auf Fluchtauto
2 #SID24 - Zürcher Retter live im Netz Polizei-Taucher twittern aus dem...
3 Filippo Leuteneggers Pläne Fahren bald fahrerlose Laster durch Zürich?

Schweiz

Immer informiert - Abonnieren Sie den Blick-Newsletter!
Bitte geben Sie eine gültige E-Mail-Adresse ein.
Schön, dass wir Ihnen unsere BLICK News des Tages senden dürfen. Möchten Sie zusätzlich den BLICK Sport Newsletter erhalten?
teilen
teilen
33 shares
6 Kommentare
Fehler
Melden

Der Zürcher Stadtrat hat ein Reglement erlassen, das den Pilotversuch mit Bodycams bei der Stadtpolizei regelt. Die Kameras sollen zum Einsatz kommen, wenn Polizisten Privatpersonen im öffentlichen Raum anhalten oder kontrollieren. Damit sollen präventiv gewalttätige oder verbale Übergriffe verhindert und das Verhalten der Beteiligten dokumentiert werden, schreibt der Stadtrat in einer Medienmitteilung.

Immer wieder kommt es zu Beschwerden gegen Stadtpolizisten - zugleich sind die Beamten oft verbalen und physischen Angriffen ausgesetzt. Beides soll künftig dokumentiert werden.

Stadtrat Richard Wolff und Kommandant Daniel Blumer starteten deshalb zu Beginn dieses Jahres das Projekt «PiuS» (Polizeiarbeit in urbanen Spannungsfeldern), das sich in vier Teilprojekte gliedert:

  • Analyse der polizeilichen Praxis bei Personenkontrollen
  • Überprüfung der bestehenden Beschwerdemöglichkeiten gegen die Stadtpolizei
  • Analyse von Ausmass und Ursachen der Übergriffe auf Polizeiangehörige
  • Pilotversuch des Einsatzes von Bild- und Tonaufnahmen (Bodycams).

Heimlich filmen dürfen die Polizisten nicht

So müssen die Beamten, die eine Bodycam bedienen entsprechend gekennzeichnet sein. Betroffen Privatpersonen sollen wissen, wenn sie gefilmt werden. Ein Polizist soll deshalb auch mündlich ankündigen, wenn er eine Aufnahme startet.

Dabei gilt auch das Gegenrecht: Wenn eine angehaltene Person die Polizei verdächtigt, sich nicht korrekt zu verhalten, darf sie verlangen, dass die Bodycam gestartet wird.

Die Aufnahmen müssen – falls sie nicht Teil eines Verfahrens sind – nach 100 Tagen gelöscht werden, Betroffene haben ein Einsichtsrecht und das Material muss unverändert gespeichert werden. In zwei Jahren will die Stadtpolizei dann Bilanz ziehen.

Amnesty International: Polizei soll Pilotversuch nicht selbst auswerten

Die Schweizer Sektion von Amnesty International begrüsst den Pilotversuch. In einer Mitteilung kritisierte sie jedoch, dass Polizisten und Kontrollierte im Reglement nicht gleich behandelt würden. Zudem dürfe die Auswertung dieses Projektes nicht der Polizei anvertraut werden, sondern nur einer externen Stelle. (SDA/bih)

Publiziert am 13.12.2016 | Aktualisiert am 14.12.2016
teilen
teilen
33 shares
6 Kommentare
Fehler
Melden

6 Kommentare
  • Reto  Leutenegger 13.12.2016
    @Georg Küster: ist Ihnen bewusst wieviele Polizisten im Alltag bei ihrer Arbeit verletzt und tätlich oder verbal angefeindet werden? Das Verhältnis zu "ungerecht" behandelten Zivilisten steht in einem nicht tolerierbaren Ungleichgewicht! Gut so dass die Polizisten endlich Kameras zu ihrem Schutz und zur Beweisführung tragen dürfen!
  • Arbeit  Nehmer 13.12.2016
    Amnesty soll sich um die wirklichen Menschrechtsverletzungen im Ausland kümmern und nicht die Durchsetzung der Ordnung in der Schweiz erschweren!
  • Dani  Rosso 13.12.2016
    "Dabei gilt auch das Gegenrecht: Wenn eine angehaltene Person die Polizei verdächtigt, sich nicht korrekt zu verhalten, darf sie verlangen, dass die Bodycam gestartet wird...." Lustig lustig... In der Ostschweiz betr. Drogen wo die Polizei und nicht mehr ein Gerät entscheidet... gab es bei der Anfrage auf "Gegenrecht" etliche Daumen runter... bei der Kamera ist es ok...
  • Thomas A.  Wicky 13.12.2016
    sehr guter Entscheid, denn auch Polizeibeamte brauchen Schutz um ihren Dienst wieder mit Freude zu machen. Ein wenig mehr Respekt vor diesen Beamten schadet gar nicht. Fehlverhalten werden direkt zur Auswertung kommen, so gibt es auch viel weniger wenn und aber!
  • Georg  Kuster 13.12.2016
    Endlich! In der Schweiz sollte ausnahmslos jeder Polizist eine Bodycam tragen müssen, welcher Personen anhält. Dann hat man als normaler Bürger endlich die Chance gegen diese vorzugehen, wenn sie sich falsch verhalten.
    • Chäpp  Zingg aus Rheintal
      13.12.2016
      Sehe ich auch so. Das Problem liegt jedoch viel mehr bei der laschen Rechtsprechung, die der Durchschnittsbürger oftmals nicht mehr nachvollziehen kann.