Pilotversuch erfolgreich Zürcher Straftäter haben Wahl zwischen Zelle und Fussfessel

Wer sich dafür eignet, kann ab Januar 2018 anstelle des halboffenen Vollzugs seine Strafe mit elektronischen Fussfesseln absolvieren. Der Pilotversuch dafür ist im Kanton Zürich gerade zu Ende gegangen.

Pilotversuch Zürich: Elektronische Fussfessel mehrheitlich erfolgreich play
In Zürich haben Straftäter bald eine Alternative zur Zelle. MANUEL LOPEZ

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19 jugendliche und junge Erwachsene nahmen seit Juli 2015 am Pilotbetrieb der elektronischen Überwachung teil. Sie trugen freiwillig einen Sender am Bein, der ihren Aufenthaltsort an einen Server übermittelte. Das erklärten die Verantwortlichen des Zürcher Justizvollzugs am Montag vor den Medien.

Verstiessen sie gegen ihre Auflagen, führte das zu Sanktionen. Nicole Holderegger, Leiterin Straf- und Massnahmenvollzug bei der Oberjugendanwaltschaft, sagte: «Die jungen Straftäter waren froh, dass es die elektronische Überwachung gibt."

Sie veranschaulichte dies am Fall eines jungen Mannes, der in einer Institution untergebracht werden sollte. Bis dahin hätte er mehrere Wochen in einer Zelle warten müssen - oder angenehmer mit einem Sender am Bein zu Hause.

Keine Alternative für gefährliche Straftäter

Motivierend für Straftäter sei auch gewesen, sagte Holderegger, dass sie beweisen konnten, dass sie sich an Abmachungen hielten. Nebenbei hat das Pilotprojekt auch gezeigt: Unter dem Einfluss der Fussfesseln fiel es den Straftätern leichter, sich an einen geregelten Tagesablauf zu halten.

Projektleiter Daniel Schlüsselberger schränkte jedoch ein: «Mit dieser Überwachung lassen sich keine Taten oder Fluchten verhindern.» Für gefährliche Straftäter ist die elektronische Überwachung nicht geeignet.

Gesetz ab 2018 in Kraft

Nach dem Ende des Pilotbetriebs werden weiterhin junge Straftäter mittels Electronic Monitoring (EM) überwacht. Die Universität Bern begleitet diese Phase wissenschaftlich. Ausserdem werden nun Kriterien erarbeitet, nach denen entschieden werden kann, ob sich ein erwachsener Straftäter für das EM eignet.

Denn ab Januar 2018 tritt im Kanton Zürich ein Gesetz in Kraft, wonach die elektronische Überwachung eine Alternative zum halboffenen Vollzug ist. Wie heute bei den jugendlichen Straftätern wird dort auch jeder Fall genau angeschaut und begleitet werden müssen.

Das EM soll nach Ansicht des Kantons längerfristig die Kosten im Strafvollzug senken. Neu arbeitet der Sender auch mit der GPS-Technik. Andere Kantone haben bereits Erfahrungen gemacht mit Funkverbindungen. Damit konnte man jedoch nur die Einhaltung des Hausarrests kontrollieren, nicht etwa Rayonverbote. (SDA)

Publiziert am 31.10.2016 | Aktualisiert am 01.11.2016
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9 Kommentare
  • Wilhelm  Hess 01.11.2016
    Die kosten sollten gesenkt werden???Wie denn auch,es werden mehrere neue Stellen gebraucht um alles zu beobachten die Elektronik gar nicht mit berechnet.wieder ein Spielzeug für die Politik und sonstige Märchen Erzähler.
  • thomas  brunner aus Bönigen
    01.11.2016
    ... dass sind die Auswirkungen des Versagen des Staates. Fussfesseln, weil man keine neuen Gefängnisse vor Jahren geplant und gebaut hat. Elektronische Geschwindigkeitsanzeigen auf Autobahnen wie A1 bern-zürich um den Verkehrsfluss mit 80km/h vor dem Totalen Kollabieren zu retten, anstatt auf 6 Spuren auszubauen. Gibt es noch mehr Beispiele für das Versagen unserer Politiker ?... und einfach immer schön die Landesbevölkerung pro Jahr aufstocken durch Zuwanderung im Volumen einer Stadt Winterthur
  • Rüdiger  Simpson aus Züri
    01.11.2016
    Den Kommentarschreiber ist offensichtlich nicht bewusst, dass wir eines der besten justizsysteme haben und diese Methode verbessert es noch weiter. Ein gutes Justizsystem soll zum einem bestrafen (was es ja auch macht, die fussfesseln kommen ja erst zum einsatz wenn jemand ein teil seiner strafe schon erhalten hat und nun im halboffen vollzug ist) aber es soll auch ein resozialisieren ermöglichen. Und wir haben keine kuscheljustiz! u-haft in der schweiz ist zum Beispiel nahe an folter...
  • Danilo  Lindake aus NEERACH
    31.10.2016
    Gemütlich zu Hause mit der Freundin, Füsse hoch lagern, Fernseh schauen und was feines zum Naschen. Herrliche Welt! Strafe wo? Zum Beispiel Wälder, Flüsse, Ufer und Seen säubern. Das wäre noch eine sinnvolle Strafe und ein Dienst an der Allgemeinheit. Strafen werden mit solchen Belohnungen ad absurdum geführt und schrecken mit Sicherheit nicht ab! Zum Lachen wenn es nicht so traurig wäre.
    • Beat  Steiner aus Zug
      01.11.2016
      Das wäre doch eine Sinnvolle Starfe bei einem Führerausweisentzug mit Verurteilung zu einigen Monaten Gefängnis. Darf nicht fahren und ist einfach zu kontrollieren. Relativ Kostengünstig und einfach zu kontrollieren.
  • Hanspeter  Niederer 31.10.2016
    "Pilotversuch erfolgreich". Nein, schon den Versuch zu machen ist ein Totalversagen, da kein Sühne- und Strafeffekt mehr vorhanden ist. Es geht ausschliesslich um die Senkung der Inhaftierungskosten für den Staat in den Luxus-Gefängnissen.