Patienten ausgenutzt Psychiatriepfleger ergaunert 200'000 Franken

BÜLACH ZH - Ein Spitex-Pfleger (43) nutzte die psychische Erkrankung eines Patienten schamlos aus. Jetzt muss er 200'000 Franken zurückzahlen.

Spitex-Pfleger stiehlt psychisch krankem Patienten 200'000 Franken play
Ein Spitex-Psychiatriepfleger luchste seinem Opfer 200'000 Franken ab. (Symbolbild) KEYSTONE/Gaetan Bally

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Ein Psychiatriepflegefachmann (43) stand gestern in Bülach vor Gericht: Er soll einem Patienten – den er zwischen November 2011 und Juni 2012 betreute – 200'000 Franken abgeluchst haben. Die Anklage lautete auf Pfändungsbetrug und untreue Geschäftsbesorgung, wie die «NZZ» heute schreibt.

Sein Opfer (49) litt bereits seit Jahren unter einer schweren Persönlichkeitsstörung und Depressionen. Im Internet war er auf den Pfleger gestossen. Als Vorstandsmitglied einer Sektion des Schweizerischen Berufsverbandes der Pflegefachfrauen und Pflegefachmänner (SBK) schien ihm dieser vertrauenswürdig. Laut Beschrieb unterstützt der Pfleger seine Patienten im Haushalt, chauffiert sie, tätigt Einkäufe und führt Gespräche.

Massenweise Geschenke

Nach mehreren Monaten der Betreuung schien sich die Beziehung der beiden zu intensivieren. Das Opfer des Pflegers war ihm gar so dankbar, dass er ihn mit Geschenken überhäufte: Eine Rado-Armbanduhr, ein Montblanc-Kugelschreiber, ein LCD-Fernseher, diverse Weinflaschen, Käse, CDs, Fitnessgeräte sowie Hunde- und Katzenfutter. Die Situation gipfelte in einer Einladung zu Weihnachten im Dezember 2011. Der Pfleger lud sein Opfer zu sich nach Hause ein, führte ihn durchs Haus – das übrigens gemietet war und nicht, wie er angab, ihm selbst gehörte – und zeigte ihm seine Sammlung von Markenuhren, einen Flugsimulator und einen Audi RS6.

Auch während der Therapie lief einiges schief: Mehrfach hielt der Pfleger seine Termine nicht ein, rauchte Cannabis und schlug seinen Patienten sogar – bis die bittere Wahrheit ans Licht kam: Der Pfleger offenbarte seinem Opfer, er habe 30'000 Franken Schulden. Der Patient bot ihm ein Darlehen an und gab ihm ein Blanko-Muster eines Darlehensvertrags mit.

Er wies die Schuld dem Patienten zu

Der Pfleger setzte einen Betrag von 180'000 Franken in den Schein ein. Zum Opfer meinte er, 200'000 Franken seien aber besser – er habe seinem Treuhänder das Geld bereits zugesichert. Wenn er diesem das Geld nicht liefere, sei der Patient schuld. Dieser – durch seine Depression bereits psychisch instabil – konnte mit dieser Belastung nicht umgehen und überwies dem Pfleger die geforderten 200'000 Franken. 

Der Pfleger erhielt gestern vor Gericht eine Freiheitsstrafe von 24 Monaten bedingt. Zusätzlich muss er das Darlehen zurückzahlen. Er verprach, seine Schulden in den nächsten Jahren zu begleichen. Das sei ihm möglich, denn er habe einen guten Beruf gelernt. (stj)

Publiziert am 21.09.2016 | Aktualisiert am 22.09.2016
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3 Kommentare
  • Dani  Rosso 22.09.2016
    24 Monate bedingt... also keine Strafe... Könnte er mit seinem guten Job das Geld tatsächlich zurückzahlen.... frage ich mich wieso er es denn "klauen" musste...? Welcher Dödel von Richter glaubt so was?.. Im übrigen braucht es für diesen guten Job auch gute Leute... von dem her ist wohl Jobwechsel angesagt für den Herrn...
  • Ueli  Sommaruga aus Cebu City
    21.09.2016
    Bedingt??? Warum nicht 10 Wochen Winterferien in einem 5 Stern-Hotel in St.Moritz!
  • Andi  W-s , via Facebook 21.09.2016
    Ich arbeite selber als Pfleger in der Psychatrie. Ja er hat recht, es ist ein guter Beruf! Doch ganz klar nicht mehr für diesen Mann! Der darf nie wieder in der Pflege arbeiten! Er hat grobfahrlässig gegen die pflegerische Ethik, Nicht schaden und gutes tun, verstossen!