Parlament schickt pikantes Geschäft bachab Zürich will kein städtisches Bordell

ZÜRICH - Ein Bordell zu betreiben, ist keine staatliche Aufgabe. Zu diesem Schluss ist am Mittwochabend das Stadtzürcher Parlament gekommen. Es erteilte einem entsprechenden SP-Vorstoss eine Absage. Dieser wollte mit einem städtischen Bordellbetrieb vor allem die Sexarbeiterinnen schützen.

Ein Prostituierte wartet auf einen Freier (Symbolbild). play

Ein Prostituierte wartet auf einen Freier (Symbolbild).

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Polizeiliche Kontrollen und Verbote reichen laut SP nicht, um Prostituierte vor Ausbeutung und Gewalt zu schützen. Es brauche vielmehr gute Arbeitsbedingungen, legale Migrationsmöglichkeiten sowie die Förderung von Selbstständigkeit und Selbstorganisation.

Die SP forderte deshalb den Stadtrat per Motion auf, eine Liegenschaft für ein städtisches Bordell zur Verfügung zu stellen. Der Stadtrat hatte sich bereit erklärt, sich mit dem Anliegen in der abgeschwächten Form eines Postulates zu beschäftigen, «um viele offene Fragen zu klären», wie Stadtrat Raphael Golta (SP) sagte.

Klären müsste man etwa die Zielgruppe, die Trägerschaft, den Standort, die Verkehrsanbindung und die Geldflüsse. Eine Mehrheit des Parlaments (SVP, FDP, GLP, CVP und ein Teil der Grünen) bewahrte Golta jedoch davor, diese Fragen klären zu müssen.

Grüne: Nicht alle Prostituierten könnten vom Staatspuff profiteren

Es sei keine staatliche Aufgabe, ein Bordell zu betreiben, waren sich die Bürgerlichen einig. Der SP-Vorstoss sei eine «intellektuelle Totgeburt».

Ein Teil der Grünen sagte ebenfalls Nein, wenn auch aus andern Gründen. Es sei bedauerlich, dass nur ein ganz kleiner Teil der Prostituierten von einem staatlichen Bordell profitieren könnte. Deshalb sei es sinnvoller, die Bedingungen für Sexarbeiterinnen via Bau- und Zonenordnung zu verbessern.

Für das Betreiben eines Bordells braucht es in Zürich eine Baubewilligung mit entsprechenden Auflagen sowie eine Betriebsbewilligung. Genaueres ist dem Merkblatt «In Zürich ein Bordell führen» zu entnehmen. (SDA)

Publiziert am 09.11.2016 | Aktualisiert am 09.11.2016
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5 Kommentare
  • Heinrich  Z aus Zürich
    10.11.2016
    Dieser Vorschlag gibt auch zu denken was an Denkmöglichkeiten im Kopf dieser Politiker noch alles denkbar sein wird. Gut das ist Demokratie und wir haben sie gewaehlt, also nicht jammern.
  • David  Brunner aus Wetzikon
    10.11.2016
    Linke agieren einerseits mit hehren Ansprüchen, mit ökologischen und sozialen Anliegen und moralischer Gerechtigkeit. Andererseits offenbaren sie zuweilen ein eigentümliches Demokratieverständnis. Es geht wohl oft auch um Macht und Behauptung, um Bevormundung und wirtschaftliche Pfründe bei Staat, Therapie- und Sozialbranche.
  • Heinrich  Z aus Zürich
    10.11.2016
    Aha man merke sich mal den Namen "Sozialldemokratische Partei", von der der Vorschlag kam. Auch die Löhne im Stadtrat auch noch nur so nebenbei.
  • Ueli  Sommaruga aus Cebu City
    10.11.2016
    Sind die Zuchtboxen in Altstetten nicht staatlich?
  • Fritz  Blasimann 09.11.2016
    Man hat sich wohl als städtischer Zuhälter ein paar Millionen Verdienst erhofft... zuerst den Strassenstrich abschaffen, dann die Bordellbetreiber mit weltfernen Auflagen kaputt machen und anschliessend ein Staatspfuff hinstellen. Manchmal ist es einfach schwer nachzuvollziehen, was in den Köpfen dieser SPler vorgeht. Mit gesundem Menschenverstand hat das nichts zu tun.