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Sie waren ja selber im Stadion bei der Stuhl-Aktion. Haben Sie davon gewusst?
Stadtrat Gerold Lauber: Sicher nicht. Die Fans aus der Südkurve haben das generalstabsmässig geplant.
Stadion-Chef Landolt spricht von «Lausbubenstreich». Sehen Sie das auch so?
Gemäss meinem bisherigen Kenntnisstand hat es auch keine Schäden gegeben. In diesem Sinne ist die Bezeichnung als «Lausbubenstreich» sicher nicht ganz abwegig, besser wäre wohl von einer «gelungenen» PR-Aktion zu sprechen.
Wie kommt es, dass man eine solche Aktion toleriert? Bestand da nicht Gefahr für andere Zuschauer?
Die Fans hatten sich gut organisiert und waren diszipliniert, daher kam es auch zu keinem Zwischenfall. Mit Interventionen im Fan-Sektor ist man sehr zurückhaltend. Sobald man Sicherheitskräfte in den Sektor schickt, kann die Situation eskalieren. Man wusste nicht genau was unter der Fahne vor sich geht. Ich möchte die Sache nicht verharmlosen: Aber so wie die Sache am Samstag ablief, wurde niemand gefährdet.
Die Fans haben im Vorfeld Bohrmaschinen und Schraubschlüssel im Letzigrund deponiert. Wie ist sowas möglich?
Was viele nicht wissen: Der Letzigrund ist ausserhalb des Spiel- oder Konzertbetriebes frei zugänglich. Da ist es natürlich möglich, Werkzeuge und ähnliches ein paar Tag vorher im Stadion zu verstecken. Wir werden aber sicher genau abklären, wie das Material ins Stadion gelangen konnte. Aber eben – bei einem offenen Stadion wie dem Letzigrund lässt es sich kaum verhindern, dass auch «verbotene» Gegenstände ins Stadion gelangen. Dennoch gilt es diese Sicherheitslücken zu eruieren und so weit als möglich zu schliessen.
Stadionchef Landolt hatte mit den Fans eine Abmachung, dass diese bis Montagmittag Bescheid geben, ob sie die Sitze wieder montieren. Die Frist wurde nun bis Dienstag verlängert. Was, wenn sie es nicht tun?
Peter Landolt ist der Stadionmanager. In dieser Funktion ist er verpflichtet dafür zu sorgen, dass der reguläre Zustand wieder hergestellt wird. Wenn die Fans die Stühle nicht selber wieder montieren, muss dies auf Kosten des FCZ geschehen. Das Vorgehen von Peter Landolt ist so mit den Verantwortlichen des Sportamts und mit mir als Vorsteher des Schul- und Sportdepartements abgesprochen.
Macht die Stadt Anzeige gegen unbekannt wegen Sachbeschädigung?
Da ist noch nichts entschieden. Wir wollen nichts überstürzen. Ich gehe davon aus, dass die Fans die Stühle unter Anleitung selber wieder montieren werden
Zum Anliegen der Fans: Sind Stehplätze im Letzigrund verhandelbar oder ist das definitiv vom Tisch?
Wenn die Sicherheits- und Kostenfrage genau geklärt ist und der FCZ bereit ist, diese Kosten zu übernehmen, ist in Bezug auf die Stehplätze das letzte Wort wohl noch nicht gesprochen.
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Gerold Lauber: «Eine gelungene PR-Aktion». (Keystone)