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Ein Nigerianer, auf dessen Asylgesuch das Bundesamt für Migration nicht eintrat, hat nach bisherigen Erkenntnissen seit einigen Tagen die Nahrungsaufnahme verweigert und versuchte sich der Ausschaffung zu widersetzen. Er wurde von Beamten unter Anwendung von Gewalt gefesselt.
Kurze Zeit später zeigte er plötzlich «gesundheitliche Probleme», worauf die Fesseln laut Polizei gelöst wurden und das Begleiterteam und die sofort beigezogene Sanität Reanimationsmassnahmen einleiteten. Trotzdem verstarb der Mann wenig später auf dem Flughafengelände.
Der Nigerianer, der polizeilich wegen Drogenhandels verzeichnet war, sollte gestern zusammen mit weiteren 15 Auszuschaffenden mit einem Sonderflug in die nigerianische Stadt Lagos gebracht werden.
Mit Sonderflügen werden diejenigen Auszuschaffenden zurückgeführt, die sich früheren Rückführungen widersetzt haben. Zur Gewährleistung der Sicherheit werden die Asylsuchenden auf diesen Flügen gefesselt.
Wegen des Todesfalls wurde – in Absprache mit dem Bundesamt für Migration – auf die Durchführung des Fluges verzichtet. Die anderen Ausschaffungshäftlinge wurden in die einzelnen Kantone zurückgeschickt. Das Bundesamt verfügte ausserdem bis auf Weiteres einen Stopp sämtlicher Sonderflüge.
Die Umstände des Todes werden durch die zuständige Staatsanwaltschaft untersucht. Für die Abklärung der Todesursache wurde das Institut für Rechtsmedizin beigezogen.
Amnesty International «bestürzt»
Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International fordert den Zürcher Regierungsrat auf, den Tod des Nigerianers von unabhänger Seite untersuchen zu lassen. Sollten zudem die Sonderflüge wieder aufgenommen werden, müssten diese von Beobachtern begleitet werden.
Der heute bekannt gewordene Fall ist der dritte seit 1999, bei dem ein Asylsuchender bei der Ausschaffung aus der Schweiz ums Leben kam. Im Jahr 1999 erstickte ein Palästinenser bei der Abschiebung auf dem Flughafen Zürich. 2001 war es ebenfalls ein Nigerianer, der in der Folge von Gewalteinwirkung durch die Polizei starb. (noo)
Das Flughafengefängnis Zürich-Kloten.- Foto: Keystone