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Die Zürcher Blatterwiese bleibt gesperrt. Vier Tage nach dem Botellón ist der Rasen immer noch mit Scherben gespickt. Gestern korrigierte «Entsorgung und Recycling Zürich» (ERZ) die Abfallzahlen nach oben: Drei Tonnen Müll sollen die 2000 Säufer hinterlassen haben.
Das ist klassisches Littering: Man feiert in der Öffentlichkeit und lässt den Abfall einfach liegen. Nach einem sonnigen Sommer-Freitag oder -Samstag müssen die Zürcher Müllmänner 3,5 Tonnen Abfall aus der Seeanlage abtransportieren.
«In den letzten Jahren zeigten die Zahlen der gesammelten Abfallmengen konstant nach oben», sagt ERZ-Sprecherin Leta Filli. 2007 transportierte die Stadtreinigung 9417 Tonnen Wischgut ab – 137 Tonnen mehr als im Jahr davor.
Trotzdem will der Stadtrat keine Güselpolizei losschicken: Littering-Bussen seien schlicht «nicht realisierbar», so die Antwort auf eine Forderung der CVP-Gemeinderätin Ruth Ackermann. «Es ist so gut wie unmöglich, jemandem zu beweisen, dass er der Verursacher eines Abfallhaufens ist.»
Landauf, landab versuchen Gemeinden, das Gegenteil zu beweisen. Mit Bern seit Mitte August auch eine grosse Stadt: Seit ein paar Wochen verteilen die Kantonspolizisten auch Bussen wegen Littering – die «repressive Phase des Pilotprojekts ‹Subers Bärn – zäme geits!›» Dies, nachdem zwischen 2000 und 2006 die Hälfte mehr Abfall auf Strassen und Plätzen liegenblieb.
«Die Bussen sind im Abfallgesetz bereits vorgesehen, wurden aber aus Ressourcengründen bisher nicht immer durchgesetzt», sagt Stefan Schwarz, Generalsekretär der Berner Tiefbaudirektion. Ende Jahr wird das Berner Projekt ausgewertet. Schwarz: «Wir erfahren generell viel Wertschätzung für unsere Kampagne.»
«Bussen alleine bringen gar nichts», findet Martin Gruber von der Fachstelle Abfall in Basel-Stadt. Die Basler Lösung: Zusammenarbeit mit dem Gewerbe, zum Beispiel ein Pfandsystem an Grossanlässen. «In der Basler Euro-Fanzone galten die Massnahmen bereits», sagt Gruber. So soll es 90 Prozent weniger Abfall gegeben haben.
Gegen ein wildes Massenbesäufnis mit 2000 Teilnehmern – und tonnenweise Abfall – wären wohl aber auch die Basler machtlos.
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