Modeverkäufer nach irrer Verfolgungsjagd vor Gericht: Koksraser (38) wollte im Kugelhagel sterben

ZÜRICH - Am 19. Februar 2015 lieferte Mario L.* (38) sich eine irre Verfolgungsjagd mit der Polizei. Mehrmals schossen die Beamten auf den Mercedes, bis sie den Koksraser festnehmen konnten. Am Mittwoch stand L. vor dem Bezirksgericht Zürich.

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Amokfahrer Mario L. (38) gestern vor dem Bezirksgericht Zürich. Toini Lindroos

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Es war der dramatische Tiefpunkt Im Koksrausch wurde Mario L.* (38) am 19. Februar 2015 zum Amokfahrer vom Kreis 6 – am Mittwoch stand er wegen Gefährdung des Lebens und Verstössen gegen das Betäubungsmittelgesetz vor dem Bezirksgericht Zürich.

Nach einem Streit mit seiner Ehefrau war diese mit den gemeinsamen Töchtern (11 und 15) am Vorabend zu ihrem Bruder an die Scheuchzerstrasse geflüchtet. Als der Modeverkäufer am nächsten Morgen mit seinem Mercedes vor der Tür seines Schwagers aufkreuzt, eskaliert die Situation. 

«Ich wollte erschossen werden»

Die Interventionseinheit «Skorpion» rückt an. Als die Beamten L. auffordern, aus dem Auto zu steigen, gibt der Familienvater Gas. Die Polizisten müssen dem Amokfahrer laut Anklageschrift ausweichen, um nicht unter die Räder zu kommen. Der Vorwurf des Staatsanwalts lautet deshalb auf Gefährdung des Lebens.

Als der Angeklagte nicht anhält, feuern die Polizisten mehrere Schüsse auf den Wagen ab. Genau das sei auch sein Ziel gewesen, sagt L. vor Gericht: «Ich habe keinen anderen Ausweg mehr gesehen, wollte erschossen werden.» Doch anstatt im Kugelhagel zu sterben, wird der Amokfahrer am Bein getroffen. 

Heute ist der Koksfahrer drogenfrei

Als er schliesslich gegen einen Betonmischer kracht, ist die irre Verfolgungsjagd beendet. L. wird festgenommen, sitzt acht Monate in Untersuchungshaft. Heute geht der nicht vorbestrafte Modeverkäufer wöchentlich zur Therapie, ist drogenfrei. Auch mit seiner Frau habe er sich wieder zusammengerauft. 

Der Staatsanwalt fordert drei Jahre Haft für den Amokfahrer, der ausserdem rund 90 Gramm Kokain verkauft haben soll. Ins Gefängnis soll L. aber nicht – die Freiheitsstrafe soll zugunsten einer ambulanten Therapie aufgeschoben werden.

Das Urteil folgt. Es wurde verschoben, weil der wichtigste Anklagepunkt, die Gefährdung des Lebens, strittig ist. Nun müssen doch noch die Polizisten, die am 19. Februar 2015 im Einsatz waren, als Zeugen befragt werden. 

*Name der Redaktion bekannt

Publiziert am 09.03.2016 | Aktualisiert am 27.03.2016
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4 Kommentare
  • Bernd  Brand aus Bern
    09.03.2016
    "Ins Gefängnis soll L. aber nicht – die Freiheitsstrafe soll zugunsten einer ambulanten Therapie aufgeschoben werden." Genau solche Sätze regen mich immer wieder auf. Er hat eine schlimme Straftat begangen und MUSS einfach ins Gefängnis!!
  • Michel  Wehner aus Zürich
    09.03.2016
    Habe da grad einen gepanzerten Duro (Bild 8) der Polizei gesehen. Ist das auch einer der für 250000 saniert werden muss?
  • Antonio  Bern , via Facebook 09.03.2016
    Vielen Dank an die Kuscheljustiz für dieses unverhältnismässige Urteil!
    • Thomas  Heitzer , via Facebook 27.03.2016
      Wo Kuscheljustiz? Er macht seinen Entzug, dann gehts ins Gefängnis.