Snowboard-Szene trauert um Luca (†29) Mit der letzten Welle in den Tod gesurft

  • Publiziert: 27.03.2011, Aktualisiert: 03.01.2012
  • Von Gabriela Battaglia
play Der Surfer und Boarder Luca Rehsche stellte sich in den Dienst der Ärmsten.

ZÜRICH - Luca Rehsche lebte seine Träume. Als Snowboarder und Surfer. Jetzt ist der 29-jährige Zürcher tot.

Die Snowboard-Szene auf dem Hoch-Ybrig, im Kanton Schwyz, trauert. Luca Rehsche (29), Gründer des Snowparks im Innerschweizer Snöber-Mekka, ist tot. Rehsche ertrank am vorletzten Samstag auf Madagaskar. «Der Tod von Luca ist ein Riesenverlust für uns», sagt die frühere Profisportlerin Fabienne Reuteler (31). 2002 gewann sie Olympia-Bronze in der Halfpipe in Salt Lake City (USA).

Rehsche ertrank im Fluss Lily bei Ampefy, rund 120 Kilometer westlich der Hauptstadt Antananarivo. «Die genauen Umstände seines Todes kennen wir nicht», sagt sein Vater, Guntram Rehsche. «Es passierte beim Wassersport, bei einen Ausflug mit Kollegen. Er wurde erst zweieinhalb Tage später gefunden.»

Der Zürcher war erst seit drei Wochen auf Madgaskar. «Er arbeitete für eine Hilfsorganisation, die im Mikrokredit-Bereich aktiv ist», erzählt sein Vater. «Er wollte mindestens sechs Monate bleiben.»

Rehsche studierte an der Universität in Zürich Politikwissenschaften und Entwicklungsökonomie. Vor zwei Jahren machte er das Lizenziat. Dann zog es ihn in die Ferne. In Peru arbeitete er zwei Sommer lang als Freiwilliger für eine Kinderhilfsorganisation. Seine Eindrücke dokumentierte Rehsche in einem Internet-Blog. «Die ganze Hoffnungslosigkeit hier hat mich sehr betroffen gemacht», schrieb Rehsche zwei Tage nach seiner Ankunft im Juni 2009 im Armenviertel El Porvenir in Trujillo. «Es gibt keine Strassen, nur Sand. Die Häuser sind entweder aus Stroh oder Backsteinen gebaut.»

Fabienne Reuteler ist zur gleichen Zeit auch für ein Sozialprojekt in Peru unterwegs. Im selben Armenviertel wie Rehsche. «Wir hatten uns zuvor aus den Augen verloren», erzählt sie. «In Peru trafen wir uns per Zufall wieder. Er sagte mir, er wolle sich beruflich auf Sozialprojekte für Arme festlegen.»

Auch seine zweite Leidenschaft gab Rehsche nicht auf. Im März 2008 gründete er mit zwei Snowboard-Kollegen eine Firma in Wädenswil ZH. Die drei wollten für die Snowboard-Szene weitere Freestyle-Anlagen bauen und Funsport-Anlässe durchführen. «Den Snowpark auf dem Hoch-Ybrig haben wir zu einem grossen Teil ihm zu verdanken», sagt Reuteler. «Er engagierte sich sehr für die Gemeinschaft.»

Die Freunde von Luca Rehsche sind schockiert. «Er lebte seine Träume», sagt Reuteler. «Er war eine sehr inspirierende Person mit einem grossen Herzen.»  

play Fabienne Reuteler, Snowboarderin und Olympia-Dritte: «Er engagierte sich sehr für die Gemeinschaft» (ZVG)