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«Das wühlt uns hier alle auf», sagt Bruno Bouvard von der Schulpflege Küsnacht. «Es macht mich als Privatperson und ehemaliger Lehrer sehr betroffen, was da in den Verhandlungen alles herauskommt.»
Es ist aber nicht nur Betroffenheit, sondern auch Wut und Fassungslosigkeit, die mit dem Prozess wieder hochkommen. «Wenn ich lese, dass die drei quasi Fussball mit dem Kopf eines Menschen gespielt haben, wird mir ganz schlecht», so Bouvard. «Es ist mir immer noch unbegreiflich, dass man jemanden so ganz ohne Hemmungen dermassen ‹vertöffeln› kann.»
Was Bouvard zu begreifen ebenfalls unheimlich schwerfällt: Dass keiner der Täter sich bei den Opfern bis jetzt entschuldigt hat. «Wenn ich einen Seich mache, ist das doch das Erste, was ich tue: mich entschuldigen!» Wenn die Schüler die Aussagen verweigern, fragt sich Bouvard, was das ihnen bringe.
Bouvard ist überzeugt: «Die drei müssen nachhaltig bestraft werden.» Ihn beschäftige allerdings die Frage, was mit den dreien geschieht, wenn sie für Jahre ins Gefängnis kommen. «Werden sie sich, während sie ihre Strafe absitzen, zum Guten verändern?»
Der schlimme Vorfall bestätigt Bouvard in seiner Forderung, dass die Jugendanwaltschaft die Schulpflege über allfällige Vorstrafen von Schülern informieren sollte. «Hätten wir von der Schulpflege gewusst, dass die drei schon vorbestraft waren, hätte man sie nicht nach München mitgenommen, sondern in der Schweiz gelassen.»
Stattdessen wurden Mike, Benji und Ivan zu Aufnahme in die WBK des zehnten Schuljahres empfohlen. «Die Schule hätte sie auch mit dem Wissen um Vorstrafen aufgenommen, denn man kann Jugendliche ja nicht auf der Strasse sitzen lassen», sagt Bouvard.
Der Amoklauf der drei Schweizer hat gemäss Bouvard auch den Alltag in der WBK verändert: Seither besuchen die Schüler des 10. Schuljahres verschiedene Projekte der Sozialerziehung. (gux)