Minarett-Verbot: SVP blitzt auch in Zürich ab

  • Publiziert: 23.06.2008, Aktualisiert: 03.01.2012

ZÜRICH – Ginge es nach der SVP und der EDU, dürften keine Minarette mehr gebaut werden. Doch damit kamen sie (auch) im Zürcher Kantonsrat nicht durch.

Der Zürcher Kantonsrat will kein kantonales Bauverbot für Minarette. Er hat heute nach intensiver und emotional geführter Debatte eine Parlamentarische Initiative der SVP mit 112 zu 50 Stimmen abgelehnt.

Die SVP wollte, dass im Kanton Zürich keine Baubewilligungen für Gebäude mit Minaretten mehr erteilt werden können. Dies wollte sie im Planungs- und Baugesetz verankern. Unterstützung fand sie lediglich bei der EDU. Hätte der Kantonsrat dem Ansinnen zugestimmt, wäre es zur Volksabstimmung gekommen.

Eine Mehrheit des Kantonsparlamentes war jedoch der Ansicht, ein Minarett-Verbot sei verfassungs- und völkerrechtswidrig. Zudem könne man gesellschaftliche Probleme nicht einfach mittels Massnahmen im Baugesetz lösen.

Mehrere erfolglose Vorstösse

Auch in anderen Kantonen wurde bereits erfolglos versucht, ein Minarettverbot durchzusetzen. Der Solothurner Kantonsrat etwa hatte im Juni 2006 einen entsprechenden SVP-Vorstoss abgelehnt, und der Berner Stadtrat sprach sich im August 2007 gegen eine Motion der EDU aus.

Zudem wandte sich der St. Galler Kantonsrat 2006 gegen obligatorische Volksabstimmungen zur Bewilligung von Minarettbauten. Auf Bundesebene ist eine Volksinitiative hängig, die ein entsprechendes Bauverbot fordert. (SDA/gux)