Schlamperei in Wurstfabrik Metallstifte im Cervelat

  • Publiziert: 10.06.2010, Aktualisiert: 19.01.2012
  • Von Corinne Landolt

Die Lust auf Wurst ist Fruchthändler Naser Ibrahimi gründlich vergangen: Statt auf Fleisch biss er auf Metall.

Naser Ibrahimi (42) freut sich auf einen Chlöpfer-Znacht mit seinen Buben. Doch dann «chlöpfts» in seinem Mund. «Etwas stach mich. Ich hatte Tränen in den Augen, weil es so weh tat. Dann sah ich, dass aus der angebissenen Wurst Metall herausschaute», sagt der Fruchthändler aus Dietikon ZH.

Im Brät stecken Metallstifte. Die ganze Cervelat ist gespickt damit.

«Was, wenn ein Kind an einem solchen Metallteil erstickt wäre», ärgert sich Ibrahimi. «Mir ist die Lust vergangen. Auch auf Bratwürste, die ich sonst so gerne grilliere.» Sohn Leonard (12): «Cervelat war bisher mein Lieblingsessen, aber jetzt kann ich keinen mehr anschauen.»

Am nächsten Morgen meldet Naser Ibrahimi den Vorfall gleich dem Kundendienst von Denner. Dort hatte er die Cervelat im Multipack gekauft.

«Der Kunde wurde umgehend informiert, dass wir den Fall detailliert abklären werden», sagt die Denner-Medienverantwortliche Anita Daeppen. «Wir bedauern diesen Vorfall ausserordentlich.»

Doch wie kam das Metall überhaupt in den Cervelat? Es handelt sich dabei um Clips, die zum Abbinden der Wurst gebraucht werden. «Die Ursache kann nicht mit hundertprozentiger Sicherheit abgeklärt werden. Möglich ist jedoch, dass eine kurze Störung am Abklippautomaten dazu führte, dass die Clips in den Cervelat gelangten», so Anita Daeppen.

Die verantwortliche Wurst-Fabrik produziert pro Jahr über 13 Millionen Cervelats. Daeppen: «Im Schnitt werden eine bis drei Beanstandungen dieser Art bekannt. Ein solcher Fehler tritt also äusserst selten auf.» Trotzdem ist Ibrahimi die Wurst bis auf weiteres wurst.