Messer-Mann Omar M. (43) ging auf Polizisten los «Es war die schlimmste Nacht unseres Lebens»

Ende 2015 schossen zwei Zürcher Stadtpolizisten 13-mal auf Omar M. (43) und trafen den Äthiopier mit mehreren Schüssen. Gestern stand der Messerfuchtler vor dem Bezirksgericht Zürich. Am Rande des Prozesses geben die betroffenen Polizisten exklusiv Auskunft über die Horror-Nacht.

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Oft denken die beiden Stadtpolizisten Markus P. * und Peter F.* an den 27. Dezember 2015 zurück. «Das war die schlimmste Nacht unseres Lebens», sagen sie zu BLICK. Es war früher Morgen, als sie in der Birmensdorferstrasse in Zürich-Wiedikon auf Omar M.** trafen. Der 43-Jährige hatte ein Metzgermesser in der Hand, fuchtelte wild damit herum. Um ihn festzunehmen, mussten die Beamten 13-mal schiessen.

Es war wie im Wilden Westen: Mehrere Schüsse trafen Omar M., ausserdem schlugen sie in ein Restaurant ein, in einen Streifenwagen und in einen Hauseingang (BLICK berichtete). Gestern sahen die Polizisten den Messermann wieder – der Äthiopier stand wegen Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte und versuchter schwerer Körperverletzung vor dem Bezirksgericht Zürich. 

«Ich dachte, dass Markus tot sei» 

BLICK erklären die Polizisten exklusiv, wie es zu der Schiesserei gekommen war. «Omar M. stand fünf Meter von mir entfernt, rannte auf mich zu», sagt Markus P. Sein Kollege Peter F. schiesst zweimal. Trotzdem stürmt der Äthiopier weiter – und geht zusammen mit einem der beiden Polizisten zu Boden. «Er lag auf mir, mit dem Messer in der Hand», sagt P. Insgesamt elf Schüsse gibt er ab, fallend und am Boden liegend. In Notwehr, so der Beamte, der seit fünf Jahren im Dienst ist.

Sein Kollege sagt: «Ich dachte zu diesem Zeitpunkt, dass Markus tot sei.» Er wirft die Pistole weg, reisst den Äthiopier los: «Ich war mir sicher, dass er nun versuchen würde, auf mich einzustechen.» Der Messermann sticht nicht zu, Peter F. kann ihn überwältigen.

Teilweise freigesprochen

Der Fall hat für alle Beteiligten Konsequenzen. Omar M. wurde gestern zu einer ambulanten Therapie verurteilt, da er an einer psychischen Störung leidet. Vom Vorwurf der versuchten schweren Körperverletzung wurde er freigesprochen, weil die Anklage zu ungenau war. Das Verfahren gegen die Polizisten läuft noch. Sie müssen sich möglicherweise wegen versuchter Tötung verantworten.

*Namen geändert **Name der Redaktion bekannt

Publiziert am 10.12.2016 | Aktualisiert am 16.12.2016
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55 Kommentare
  • Walter  Stoller 10.12.2016
    Krimineller Täter wird geschützt und die Polizei hat ein Strafverfahren am Hals. So sind die Schweizer Gesetze . Die kriminellen werden immer geschützt und die Schweizer müssen büssen.
  • Steve  May aus Bern
    10.12.2016
    Hier regen sich wieder alle zu recht über dieses Urteil auf.
    Was ich aber nicht verstehen, weshalb ihr dann trotzdem immer wieder linke kuschel Politiker wählt, welche das ganze fördern.
    Seit doch dann auch konsequent und wählt nur noch SVP.
    Es wird immer mehr solche Zwischenfälle geben.
  • Robert  Metzger aus Kaiseraugst
    10.12.2016
    Für diesen "Gast" aus Äthiopien ist die Schweiz natürlich ein Paradies, eine Erklärung ist dazu ja überflüssig. Möchte noch etwas zu den 13 Schüssen sagen, Polizisten benutzen Vollmantelgeschosse die den Körber durchschlagen vielmals auch ohne eine anfängliche Wirkung zu zeigen. Hohlspitzgeschosse wären das Beste weil die im Körber aufpilzen oder sich zerlegen und so eine Schockwirkung freisetzen, Manns stoppende Wirkung. Hohlspitzgeschosse sind aber verboten, wegen deren fatalen folgen.
  • Edwin  Schaltegger aus Wohlen b. Bern
    10.12.2016
    Jetzt wird dieser Messerstecher noch Invalidenrente erhalten und seine paychiatrische Behandlung kostet dem Steuerzahler mehrere hunderttausend Franken. Hätte der Polizist diesem Typen eine roten Punkt auf der Stirn verpasst, so hätten wir uns viel Ärger und Kosten erspart. Bei mehr politischem und juristischem Rückhalt durch unseren Staat hätte der Polizist sicherlich konsequenter geschossen!!
  • Sepp  Rimensberger 10.12.2016
    Kein Wunder wenn es auf einmal zu wenig oder keine Polizisten mehr gibt,wenn diese Polizisten verurteilt werden. Wäre dieses Urteil für diesen Äthiopier so mild ausgefallen wenn er einer diesen Richtern angefallen hätte?