Sexfalle Chatroom Mann (25) missbraucht Mädchen (15)

  • Publiziert: 03.03.2010, Aktualisiert: 03.01.2012
  • Von Viktor Dammann

ZÜRICH – Es begann als harmloser Internet-Chat. Doch als die Schülerin ihre Bekanntschaft zuhause besuchte, zeigte der Chatter sein wahres Gesicht.

Seit über einem Monat waren Petra* (15) und Branko* (24) ein Herz und eine Seele. Fast täglich verbrachten sie Zeit miteinander. Jedoch nur virtuell, auf dem mittlerweise gelöschten Bluewin-Chatroom.

An einem Sonntag im März letzten Jahres war es dann soweit. Die Schülerin nahm die Einladung Brankos an, ihn in seiner Zürcher Wohnung zu besuchen. Dass der Kellner beinahe zehn Jahre älter war, dies war ihr nicht bewusst.

Doch kaum hatte das ungleiche Paar auf dem Sofa Platz genommen, wollte der 24-Jährige bereits Sex. Erst kam es zu Zungenküssen, dann griff der Kellner dem jungen Mädchen unter die Kleider. Schob ihren BH weg und begann sie zu begrabschen.

Als Branko der Schülerin die Hosen öffnen wollte, hielt gelang es ihr, seine Hand zu packen. Doch Branko liess nicht locker und wollte ihre Hand zu seinem Glied führen. Darauf konnte sich Petra losreissen und aus der Wohnung flüchten.

Nachdem ihre Mutter vom Bruder Petras vom Vorgefallenen erfahren hatte, informierte sie die Polizei.

«Ich habe ihr nur einen Kuss gegeben. Das andere stimmt nicht», beteuerte der Kellner gestern vor dem Zürcher Einzelrichter Jean-Paul Bozzone. Und überhaupt: So junge Mädchen würden ihr gar nicht interessieren.

«Weshalb haben Sie das Mädchen denn dann zu sich eingeladen und sie geküsst?», wollte der Richter vom kaugummikauenden Serben wissen. «Das war vielleicht ein Fehler», gab Branko zu. «Doch ich wusste gar nicht, dass es dieses Schutzalter 16 so gibt.»

Doch alle Ausreden nützten dem sextollen Kellner nichts. «Wir gehen davon aus, dass das Mädchen die Wahrheit gesagt und nichts erfunden hat», erklärte Richter Bozzone den Schuldspruch. Er verurteilte Branko wegen sexuellen Handlungen mit einem Kind mit einer bedingten Geldstrafe von 2700 Franken und einer Busse von 500 Franken.

Und was hat sein Opfer daraus gelernt? «Wenn ich einen Burschen kennenlerne, gehe ich sicher nicht als Erstes zu ihm. Ich stelle ihn erst bei uns Zuhause vor», sagt sie kleinlaut BLICK. «Zum Glück ist nichts Schlimmeres passiert», fügt ihre Mutter, die von allem nichts gewusst hatte, bei.

*Alle Namen geändert

play Branko auf dem Weg zum Gericht. Für seine sexuellen Übergriffe kassierte er eine bedingte Geldstrafe. (Philippe Rossier/BLICK)