Lotto-Fonds zahlt eine halbe Million Schweizer entwickeln Schul-App für Flüchtlingscamps

Die Pädagogische Hochschule Zürich hat ein Projekt lanciert, um geflohenen Kindern in Flüchtlingscamps Schulbildung zu ermöglichen. Aus dem Lotteriefonds fliesst dafür eine halbe Million Franken.

Kinder in der Nähe des Flüchtlingslagers in Gevgelija (Mazedonien). Hier soll das Unterrichtsmaterial aus der Schweiz unter anderem zum Einsatz kommen. play
Kinder in der Nähe des Flüchtlingslagers in Gevgelija (Mazedonien). Hier soll das Unterrichtsmaterial aus der Schweiz unter anderem zum Einsatz kommen. EPA

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Auch wenn der Rekord-Jackpot noch nicht geknackt wurde: Lotto-Gewinner gibt es bereits jetzt. Der Zürcher Regierungsrat hat gestern bekannt gegeben, an welche Organisationen und Projekte fünf Millionen Franken aus dem Lotteriefonds gehen. Den Höchstbetrag von einer halben Million Franken sprach die Regierung dabei unter anderem der Pädagogischen Hochschule Zürich (PHZH) zu. Unterstützt wird ein Projekt, das Kindern auf der Flucht Schulbildung ermöglichen will. 

«Laut der Kinderrechtskonvention hat jedes Kind ein Recht auf Bildung», sagt Rolf Gollob, Co-Leiter des Zentrums für Internationale Bildungsprojekte der PHZH. Kindern auf der Flucht – sie machen laut Unicef rund die Hälfte der
60 Millionen Flüchtlinge aus – sei dies allerdings oftmals verwehrt. «Es kann Monate dauern, bis ein Kind in einem Erstaufnahmeland in die Schule aufgenommen wird», sagt er. 

App und Website statt Schulbuch

Darum wollen die Zürcher Bildungsexperten die Schule nun in Flüchtlingscamps bringen. Sie entwickeln eine Website und eine App, die Lehrer und Sozialarbeiter in Flüchtlingslagern einsetzen oder die Schüler selbst nutzen können. In einem halben Jahr soll das Unterrichtsmaterial, das auch ausgedruckt zur Verfügung stehen soll, an erste Flüchtlingskinder – unter anderem in Griechenland und Serbien – verteilt werden.

Übersetzt wird das Material in die Sprachen, die von den Flüchtlingen am meisten gesprochen werden. Denn die Hochschule ist überzeugt, dass Kinder, die in ihrer Muttersprache gestützt werden, eine weitere Sprache schneller lernen.

Trauma-Verarbeitung ist nicht Teil des Projekts 

Im Gegensatz zu anderen Projekten wollen die Experten der Pädagogischen Hochschule die Kinder ausserdem nicht nur in klassischen Schulfächern wie Lesen oder Rechnen unterrichten, sondern auch in sogenannten «Life Skills». «Es geht darum, die eigenen Kompetenzen der Kinder zu stärken», sagt Gollob.

Dazu gehört zum Beispiel die Förderung von eigenständigem Denken und Selbstvertrauen. Nicht Teil des Projekts sei die Bewältigung von Kriegs- oder Fluchttraumata der Kinder, betont Gollob. Vielmehr sei das Ziel, dass so schnell wie möglich Unterricht stattfinden könne. «Bereits das führt zu einer Art Normalität im Alltag der Kinder.»

Publiziert am 17.12.2016 | Aktualisiert am 09.01.2017
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4 Kommentare
  • Uwe  Bohn aus Zollikofen
    18.12.2016
    Anstatt die Steuer auf Lotteriegewinnen einzukassieren, sollte der jeweilige Kanton Entwicklungshilfe leisten (im In- und Ausland): http://3pi.net/lottoriesteuer
  • Boris  Kerzenmacher 17.12.2016
    "Aus dem Lotteriefonds fliesst dafür eine halbe Million Franken"
    Schade wurde dieses Geld nicht für bedürftige Schweizer Familien ausgegeben.
  • Ernst  Kipfer , via Facebook 17.12.2016
    Tiptop. Die wirklich bedürftigen haben kein Dach über dem Kopf, kaum zu essen... Dafür lernen sie es dann aufzuschreiben. Super!
  • Michael  Rudolf 17.12.2016
    Recht auf Schule für Migrationskinder ... aber kein Recht auf Schule dort wo sie herkamen? Einmal mehr die falsche Richtung.