
Bitte melden Sie sich an, um Ihren Kommentar abzugeben.
Wenn Sie ein Konto bei Facebook haben, können Sie sich damit anmelden.
play
Was ist mit Paul Burri wirklich geschehen? (Kapo Zürich)
Am 3. Juni leitet die Polizei eine Suchaktion ein. Ein Bootsvermieter am Pfäffikersee im Kanton Zürich hatte gemeldet, dass eines seiner Boote verlassen auf dem See trieb. Ein Mann hatte es anderthalb Stunden vorher gemietet.
Die Polizei sucht mit Helikopter und Booten mit Schleppnetz. Bei Einbruch der Dunkelheit wird die Suche abgebrochen (Blick.ch berichtete).
Heute, knapp drei Wochen später, bekommt der verschwundene Mann ein Gesicht. Die Kantonspolizei Zürich veröffentlicht ein Foto. «Es handelt sich um Paul Burri», so Sprecher Martin Sorg gegenüber Blick.ch.
Warum hat die Polizei so lange gezögert mit der Vermisstmeldung? Immerhin hatte der Arbeitgeber «schon vor längerer Zeit» Burri als vermisst gemeldet. Polizei-Sprecher Sorg: Bei Erwachsenen werde nicht in jedem Fall sofort gehandelt. «Volljährige haben grundsätzlich das Recht, einfach so mal von der Bildfläche zu verschwinden. Ausserdem hätte man ein Foto aus dem Familienkreis haben müssen.»
Wer ist Paul Burri wirklich?
In der Vermisstenmeldung heisst es: Der verschwundene Mann ist 55 Jahre, zirka 170 cm gross und lebt in Pfäffikon. Er hat kurze melierte Haare, ist Brillenträger und hatte Jeans und ein buntes Hemd an.
Aber was war Burri für ein Mensch? Die Internetseite des Kastellchors Pfäffikon zeigen Paul Burri ausgelassen und fröhlich. Dort singt er seit über 35 Jahren als die erste Tenorstimme.
Ein Chorkollege beschreibt Paul als «einen aufgestellten Menschen, mit dem man gut diskutieren kann.» Verheiratet ist er nicht.
Doch Burri hat offenbar auch eine andere Seite. Vor zwei Jahren habe ihn seine Freundin verlassen. Da habe er wieder angefangen zu trinken, erzählt der Chorkollege. «Es ging ihm nicht gut. Im Chor haben wir ihn dann nicht mehr oft gesehen.»
Hatte Burri Gewichte dabei?
Was ist wirklich passiert auf dem Pfäffikersee? Im Dorf erzählt man sich, der Vermisste habe einen schweren Rucksack dabei gehabt. Auf dem verlassenen Boot habe dann die Polizei den Rucksack gefunden – leer.
Polizeisprecher Sorg wollte sich dazu nicht äussern. Ob sich der Mann was angetan hat, ob es ein Unfall war oder er sich abgesetzt hat, bleibt vorläufig völlig offen. Die Polizei hofft jetzt auf Hinweise aus der Bevölkerung.