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Sabrine und Thomas gestern im Thermalbad Schinznach-Bad beim verbotenen Kuss. (Foto Ex-Press/Markus Forte)
Wenn zwei Liebende aus dem Bernbiet sich näherkommen, dann tauschen sie einen Kuss. Oder auf Berndeutsch: «Ich gab meinem Schatz ein Müntschi und legte meinen Arm um sie», erzählt René Schwarz (41).
Das war süss von ihm. Und ein Fehler. Denn der verliebte Berner tat das in der «Aquarena», dem Thermalbad von Schinznach-Bad AG. «Sofort stand der Badmeister da und herrschte uns an, das gefälligst zu lassen.»
Der Mann ist nicht etwa besonders missgünstig. Er setzt nur die Hausordnung durch. In der «Aquarena» gelten seit einigen Tagen neue Bade-Regeln. Darunter diese: «Das Austauschen von Zärtlichkeiten jeglicher Art ist in allen Bereichen untersagt!» In dicker roter Schrift, mit Ausrufezeichen.
«Wir hatten vermehrt Probleme mit Leuten, die sich im Bad verlustierten», erklärt Peter Linder, Direktor Bäder und Technik. Besonders verschreckt haben ihn Chat-Protokolle aus dem Internet, die ihm eine besorgte Bad-Besucherin zuschickte. Inhalt: Verabredungen im Thermalbad – in eindeutiger Absicht. «Darum gilt ab sofort: Ab Küssen aufwärts halten wir das Fingerchen hoch», kündigt Linder an.
Seine Kollegen aus anderen Bädern verstehen die Aufregung nicht ganz. «Wer sich an die allgemeinen Anstandsregeln hält, darf sich bei uns küssen», sagen unisono die Sprecher von Thermalbad Zurzach AG, Alpamare Pfäffikon SZ und Kurzentrum Rheinfelden AG.
Dass die «Aquarena» lebenslustige Pärchen anzieht, hat sie sich vielleicht selber zuzuschreiben. So feiert sie alle paar Monate die «Waikiki Beach Party» – und an der sprudelt nicht nur das Thermalwasser. Die Aargauer Jugend ist jeweils begeistert. Das Internet ist voll von scharfen Schnappschüssen.
Im August steigt das nächste «Waikiki». Der Bademeister dürfte alle Hände voll zu tun haben.