VBZ muss «notfalls Linien einstellen!» Zürich gehen die Trams aus!

Weil sich Lieferanten um einen Tram-Beschaffungsauftrag streiten, herrscht in Zürich akuter Tram-Mangel. Die VBZ überlegen sich, einzelne Linien nun einzustellen.

Wegen Beschaffungsstreit: Stadt Zürich leidet unter aktuem Tram-Mangel play
Auf Zürichs Tramnetz herrscht bedrohliche Enge. Keystone

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In gut einem Jahr sollen die ersten Trams über die Zürcher Hardbrücke fahren. Die Tramlinie mit der Nummer 8 wird dann das Zürichsee-Ufer mit dem hippen Quartier Zürich-West verbinden, vorbei an stehenden Autokolonnen und schneller als mit dem Bus. So zumindest sieht der Plan der Verkehrsbetriebe Zürich (VBZ) aus. 

Ob das so umgesetzt werden kann, ist unklar. Zwar wird derzeit intensiv auf der Hardbrücke an Rampen und Weichen gebaut. Doch es gibt ein Problem, wie BLICK-Recherchen zeigen. Durch die Verlängerung der Tramlinie 8 über die Hardbrücke bis zum Hardturm wird der bislang knappe Bestand an Tramfahrzeugen noch knapper. 

Keine Reserve für besondere Ereignisse

VBZ-Mediensprecher Andreas Uhl bestätigt dies auf Anfrage. «Mit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2017 sinken die Tramreserven der VBZ auf ein Minimum», sagt Uhl. Für den Betrieb der neuen 8er-Linie reiche der Bestand noch.

Aber die Reserven bei den Zürcher Verkehrsbetrieben seien so knapp, dass jedes Fahrzeug «punktgenau» geplant werden müsse. Weiter sagt Uhl: Für «jeden allfälligen späteren Zusatzbedarf oder unvorhersehbare Ereignisse» gebe es nach aktuellem Stand nicht genügend Fahrzeuge.

Einstellung von Tramlinien eine Option

Grund für die Knappheit ist der Tramkrieg zwischen Lieferanten. Siemens und Stadler kämpfen seit Monaten um einen eigentlich schon an Bombardier vergebenen Trambeschaffungs-Auftrag. Derzeit liegt der Streit beim Verwaltungsgericht und blockiert damit die Lieferung der dringend benötigten Fahrzeuge (BLICK berichtete).

Bei den VBZ hoffe man auf einen raschen Abschluss des Verfahrens, so Uhl. Aus gutem Grund: Auch die Tramlinie 2 soll verlängert werden und das Stadtzentrum ab 2022 mit der Agglomerationsgemeinde Schlieren verbinden.

«Für diesen Ausbauschritt fehlen uns definitiv Fahrzeuge», sagt Uhl. Derzeit sei man daran, alle Optionen zu prüfen: «Darunter sind Massnahmen wie die Reduktion oder die komplette Einstellung von Extrafahrten, die Ausweitung der Arbeitszeiten im Unterhaltsdienst, die Anmietung von Trams anderer Betreiber oder notfalls die partielle Einstellung von Tramlinien.» 

Publiziert am 16.12.2016 | Aktualisiert am 17.01.2017
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Nächtliche Fahrt durch Zürich Hier lässt sich die Gokart-Gang vom Tram ziehen

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11 Kommentare
  • Danni  Stufer 17.12.2016
    Gut, dann kann ja der Schwachsinn mit einem Tram quer über die Brücke endlich aufgegeben werden!
    • Ruedi  Voser 17.12.2016
      Frisch, fröhlich neue Strecken bauen oder verlängern, ohne genügend Rollmaterial zu haben. Passt! Und wie Sie sagen ist das Tram quer über die Brücke die grösste Posse ever. Nach jahrelanger Sanierung jetzt wieder eine Baustelle für so etwas.
  • André  Ammann 16.12.2016
    Grundsätzlich liegt die Schuld an den neuen EU-Gesetzen die wir übernommen haben. Früher hat der Auftraggeber, also der finanzierende bestimmt wer was liefert. Heute darf grundsätzlich der Billigste liefern, auch wenn er am Schluss nicht der Günstigste ist.
    • Shimu  Trachsel 17.12.2016
      Schön, wieder mal über die EU gelästert, auch wenn das mit der EU überhaupt nichts zu tun hat. Der Auftrag musste nach WTO-Standard ausgeschrieben werden. Leider lässt die WTO zu, dass die unterlegenen Firmen gegen die Vergabe klagen können. Und unterlegene Firmen tun das gerne. Kaum ein Zuschlag, gegen den nicht vor Gericht gezogen wird. Egal ob Baulose bei Autobahn- oder Schienentrassebau, Fahrzeugbeschaffung, Hoch- und Tiefbau. Alles wird Jahrelang blockiert und kostet viel Geld.
  • Peter  Leo 16.12.2016
    Wenn Politiker nur wissen, welche Farbe das Tram haben muss, kann es ja nicht gut kommen. Vielfach fehlt der Sachverstand bezüglich Technik, Kosten etc. Dann noch die komplizierten Ausschreibungen. Weiter muss es in der Schweiz natürlich möglichst etwas sein, das andere nicht so haben. Zurück zum Rösslitram. Oder wie wärs mit Schienen(elektrol)velo?
  • Marcel  Peyer aus Zürich
    16.12.2016
    So sehen die Behörden mal selbst, wie effizient ihr Gerichtswesen ist. Auch der Normalbürger muss jeweils jahrlang warten, bis sein Fall mal gnädigerweise bearbeitet wird. Dass sich nun etwas am lahmen Tempo ändern wird, ist allerdings zu bezweifeln...
  • Rodolfo  Carlin aus Zuchwil
    16.12.2016
    Könntet doch einfach warten mit Übernahme der neuen Linien, die war bis jetzt nicht da, also kommts auf ein zwei Jahre auch nicht an.