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Neue Variante: Die neuste Generation der Nacktscanner – hier am Flughafen Amsterdam – zeigt alles, was der Passagier am Körper trägt.- Keystone
Vor knapp einem Jahr wollte in der Schweiz noch niemand etwas von Nacktscannern wissen. Die Geräte durchleuchteten die Passagiere und sandten ein 3-D-Bild ihres klar erkennbaren nackten Körpers auf die Monitore der Sicherheitsbeamten. Der Flughafen Zürich brach einen Test mit einem Nacktscanner Ende 2008 sogar ab, wegen des negativen Echos.
Seit der Nigerianer Umar Farouk Abdulmutallab (23) an Weihnachten 80 Gramm Sprengstoff in seiner Unterhose an Bord eines Delta-Flugs nach Detroit (USA) schmuggelte und fast ein Jet mit 290 Passagieren explodieren liess, ist alles anders. Amerikanische Geheimdienste glauben, dass weitere Attentäter dem Beispiel Abdulmutallabs folgen werden – Nacktscanner sollen nun Bombenleger von Flugzeugen fernhalten.
Darum kann es dem Bundesamt für Zivilluftfahrt (Bazl) plötzlich auch nicht schnell genug gehen. Auf Expertenebene sei man sich einig, dass die Scanner «als ergänzende Massnahme für die Personenkontrolle» zugelassen werden sollten, erklärt Bazl-Sprecher Anton Kohler. Vorausgesetzt, die Scannersoftware generiert keine realen Nacktbilder mehr, sondern nur noch 3-D-Silhouetten der Passagiere. Die Schweiz wartet bloss noch einen Beschluss der EU-Kommission ab. «Eine möglichst rasche Entscheidung über die Einführung dieser Geräte auf europäischer Ebene wäre sinnvoll», so Kohler.
«Für einen flächendeckenden Einsatz von Bodyscannern am Flughafen Zürich wären rund 50 Geräte erforderlich», schreibt die Kommunikationschefin des Zürcher Airports, Sonja Zöchling, auf Anfrage von SonntagsBlick.
Die Kosten für einen Scanner betragen bis 200000 Franken. Bei 50 Geräten belaufen sich die Anschaffungskosten allein für den Zürcher Flughafen auf ingesamt zehn Millionen Franken. Diesen Preis bezahlt weder der Bund noch der Flughafen. «Diese Kosten würden im Endeffekt mittels Erhöhung der entsprechenden Sicherheitsgebühr als Teil der Passagiergebühr auf die abfliegenden Passagiere abgewälzt», erklärt Zöchling. Auch das Bazl bestätigt, dass am Ende die Passagiere für die Nacktscanner blechen werden.
Und das geht ins Geld: Abfliegende Passagiere bezahlen in Zürich Fr. 40.50 Flughafengebühren – 35 Prozent davon sind schon heute Sicherheitsgebühren.
Alte Variante: Abtasten am Flughafen Zürich.- Reuters