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Bund will Nacktscanner: Kloten braucht gleich 50 Stück

Die Nacktscanner kommen – auch auf Schweizer Airports. Allein der Flughafen Zürich braucht Geräte für 10 Mil­lionen Franken – die Kosten werden die Passagiere zahlen müssen.

Von Lorenz Honegger | Aktualisiert um 00:56 | 10.01.2010
Neue Variante: Die neuste Generation der Nacktscanner – hier am Flughafen Amsterdam – zeigt alles, was der Passagier am Körper trägt. (Keystone)
Neue Variante: Die neuste Generation der Nacktscanner – hier am Flughafen Amsterdam – zeigt alles, was der Passagier am Körper trägt. (Keystone)
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Vor knapp einem Jahr wollte in der Schweiz noch niemand etwas von Nacktscannern wissen. Die Geräte durchleuchteten die Passagiere und sandten ein 3-D-Bild ihres klar erkennbaren nackten Körpers auf die Monitore der Sicherheitsbeamten. Der Flughafen Zürich brach einen Test mit einem Nacktscanner Ende 2008 sogar ab, wegen des negativen Echos.

Seit der Nigerianer Umar Farouk Abdulmutallab (23) an Weihnachten 80 Gramm Sprengstoff in seiner Unterhose an Bord eines Delta-Flugs nach Detroit (USA) schmuggelte und fast ein Jet mit 290 Passagieren explodieren liess, ist alles anders. Amerikanische Geheimdienste glauben, dass weitere Attentäter dem Beispiel Abdulmutallabs folgen werden – Nacktscanner sollen nun Bombenleger von Flugzeugen fernhalten.

Darum kann es dem Bundesamt für Zivilluftfahrt (Bazl) plötzlich auch nicht schnell genug gehen. Auf Expertenebene sei man sich ­einig, dass die Scanner «als ergänzende Massnahme für die Personenkontrolle» zugelassen werden sollten, erklärt Bazl-Sprecher Anton Kohler. Vorausgesetzt, die Scannersoftware generiert keine realen Nacktbilder mehr, sondern nur noch 3-D-Silhouetten der Passagiere. Die Schweiz wartet bloss noch einen Beschluss der EU-Kommission ab. «Eine möglichst rasche Entscheidung über die Einführung dieser Geräte auf europäischer Ebene wäre sinnvoll», so Kohler.

«Für einen flächendeckenden Einsatz von Bodyscannern am Flughafen Zürich wären rund 50 Geräte erforderlich», schreibt die Kommunikationschefin des Zürcher Airports, Sonja Zöchling, auf Anfrage von SonntagsBlick.

Die Kosten für einen Scanner betragen bis 200000 Franken. Bei 50 Geräten belaufen sich die Anschaffungskosten allein für den Zürcher Flughafen auf ingesamt zehn Millionen Franken. Diesen Preis bezahlt weder der Bund noch der Flughafen. «Diese Kosten würden im Endeffekt mittels Erhöhung der entsprechenden Sicherheitsgebühr als Teil der Passagiergebühr auf die abfliegenden Passagiere abgewälzt», erklärt Zöchling. Auch das Bazl bestätigt, dass am Ende die Passagiere für die Nacktscanner blechen werden.

Und das geht ins Geld: Abfliegende Passagiere bezahlen in Zürich Fr. 40.50 Flughafengebühren – 35 Prozent davon sind schon heute Sicherheitsgebühren. 

So flutschen Sie easy bei den Amis rein

Wer in die USA reist, muss sich auf endlose Schlangen und mühsame Sicherheitschecks gefasst machen – hier sechs Tipps, wie Sie am besten durchkommen.

1. Kalkulieren Sie üppig Zeit ein! Falls Sie in den USA umsteigen müssen, sind zwei Stunden oft zu knapp, um den Anschlussflug zu kriegen. Sicherer sind drei oder vier Stunden.

2. Reisen Sie light, light, light! Nur das Notwendigste kommt ins Handgepäck. Man kann immer noch etwas rausschmeissen.

3. Tragen Sie Kleider und Schuhe, die Sie ruckzuck an- und ausziehen können.

4. Vergessen Sie Schmuck, Uhren und sowieso alles, was nach Metall aussieht.

5. Wenn unbedingt ein Laptop mit muss: In ein Spezialfach legen, weil er mehrmals separat geröntgt wird.

6. Lassen Sie absurde Fragen mit stoischer Ruhe, aber kooperativ über sich ergehen. Beispiel gefällig? Die Sicherheitsfrau beim Einchecken: «Haben Sie Gegenstände von Fremden entgegengenommen?» Der Passagier: «Nein.» Die Sicherheitsfrau: «Und wie sehen die Gegenstände aus, die Sie von Fremden entgegengenommen haben?

Alte Variante: Abtasten am Flughafen Zürich. (Reuters)
Alte Variante: Abtasten am Flughafen Zürich. (Reuters)
Frage der Woche
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Testzentrum

Das Zentrum für adaptive Sicherheitsforschung (CASRA) in Zürich arbeitet weltweit für Regierungen, Anti-Terror-Organisationen und Flughäfen. Es testet, analysiert und erforscht neue Sicherheitsinstrumente für Flughäfen: Röntgenmaschinen, Trainingssysteme – und Ganzkörperscanner. 2008/09 testete CASRA mit dem Zürcher Flughafen das Modell «L3 ProVision 100», das gute Ergebnisse lieferte.  

Das sagen Blick.ch-Leser
Kristin Bischof, Oberägeri - 15:32 | 10.01.2010
» @ raphael man bleibt ja nicht stundenlang in einem solchen scanner drin.also ich hätte da keine bedenken wegen gefärdung der gesundheit.lieber eine kontrolle mehr und dafür ruhiger und sorgenfreier fliegen.na dann,guten flug!!!!! und GENIESST die grenzenlose freiheit über den wolken!!!!!!!!!!!!
Raphael Herzog, Winterthur - 14:17 | 10.01.2010
» Da die gesundheitliche Gefährdung solcher Scanner umstritten ist, würde ich das Fliegen halt bleiben lassen wenn diese Scanner pflicht werden. Denn Gesundheit geht bei mir vor.
Johannes Samuel Meier, Luzern - 13:15 | 10.01.2010
» Fassen wir zusammen. Dank diesem missglückten Attentatsversuch können die Politier die Bürgerrechte noch mehr beschneiden und gewisse Firmen ihre verpönnten Waren ( Nacktscanner) trotzdem an den Mann bringen. Irgendwie sehe ich bis auf den Islam nur Gewinner. Der Attentäter kommt an der Todesstrafe vorbei, die Politiker haben einen Grund für ihre "Sicherheitsmassnahmen" und die Industrie ihren Absatz an Scanner. Wahrlich eine schöne Weihnachtsbescherung
Lx Anthony, zuerich - 13:12 | 10.01.2010
» stellt euch mal die frage von wo diese nacktscanner kommen.... aus amerika!!! dass ist doch wider panikmacherei der amys... wenn weltweit der nacktscanner eingeführt wird, machen die amerikaner wider milliarden mit disem geschaefft!!! der kontrollstaat kommt.....
Kurt Wirth, Geroldswil - 12:59 | 10.01.2010
» Wurde der ganze "Anlass" von Detroit durch die Hersteller der Scanner inzeniert? Alle schreien jetzt nach Nacktscanner, da läuft doch die Produktion "plötzlich" sehr gut an. Was kommt als nächstes?
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