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Wir haben es lange diskutiert, eigentlich seit die Möglichkeit einer Impfung gegen die Schweinegrippe bekannt ist. Schliesslich haben wir auf die Ratschläge der Gynäkologin und des Chefarztes im Spital unseres Vertrauens gehört. Beide meinten: Lassen Sie sich und Ihren Partner impfen!
Gesagt, getan. Denken wir. Heute Vormittag, 11 Uhr, reihen sich meine Freundin und ich in die Schlange vor dem Impfzentrum am Zentrum für Reisemedizin der Universität Zürich ein. Zwischen Kind und Kegel, Schwangeren, Betagten und Personen, die nicht auf den ersten Blick Risikopatienten sind. Wie ich.
Plötzlich taucht Prof. Dr. med. Felix Gutzwiller auf, FDP-Ständerat und «Hausherr» des Impfzentrums. Die wachsende Schlange beeindruckt ihn. Der Institutsleiter findet im Getümmel dennoch Zeit, vor der BLICK-Kamera die Impf-Werbetrommel zu rühren (siehe Video unten).
Hereinspaziert – und «leider nein» gehört
Nach 40 Minuten mit kalten Füssen und heissen Diskussionen macht ein Securitas-Mann die Tür auf. Jetzt gehören wir zu dem Dutzend Glücklichen, die im ersten Raum ein Nümmerli ziehen und einen Zettel ausfüllen müssen. An der nächsten Tür leuchten falsche Nummern, die richtigen ruft uns die nächste Sicherheitsperson zu.
Hinter ihrem Rücken sitzen, in weissen Kitteln und zwischen weissen Trennwänden, die «Richter». Sie urteilen über unsere Impf-Gesuche: Nein, sagt mein Gegenüber, nett, aber bestimmt. Und fragt nach: «Sie sind sonst gesund, oder?» Das bin ich. Und dankbar dafür. Aber für die Spritze gegen das H1N1-Virus trotzdem weg vom Fenster.
«Probieren Sie es nächste Woche wieder!», meint der Herr. Ich protestiere, weil, auf der Website ... «Ich weiss, dort steht, dass enge Kontaktpersonen von Risikogruppen auch geimpft werden. Aber das stimmt nicht», werde ich unterbrochen.* «Sie bekommen die Impfung heute nur, falls wir ihre Partnerin nicht impfen könnten.» Doch das ist zum Glück kein Problem.
Schwangere bekommen die Spritze
Meine Freundin und ihr Bäuchlein, in der angrenzenden Box geprüft, dürfen vor dem letzten Raum anstehen. Dort wird sie, knapp 90 Minuten nach dem Start, gegen die Schweinegrippe geimpft. Erleichtert verlässt sie das Impfzentrum durch eine Seitentür, bei der Schlange auf dem Trottoir. Sie ist wieder kürzer geworden.
*Bei den Kontaktpersonen steht neu: «Gilt nicht für Ehemänner und Partner von schwangeren Frauen.»