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Ein Bild aus glücklichen Tagen: Daniel H. 1995 mit seinem Vater. (SonntagsBlick)
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Daniel H. mit zehn Monaten. Niemand konnte ahnen, dass aus ihm ein eiskalter Killer wird. (SonntagsBlick)
In einem roten Strampler sitzt Daniel H.* auf der Küchenzeile und lacht froh in die Kamera.
Wie konnte aus diesem süssen, zehn Monate alten Kerlchen ein eiskalter Killer werden? Wie kam das Böse in seinen Kopf?
Drei Jahre, nachdem sein Sohn das Au-pair-Mädchen Lucie († 16) brutal umgebracht hat, ist Daniels Vater Hermann H.* (65) noch immer ratlos. Die Verhaftung des Sohnes traf ihn wie ein Schlag: «Mein Dani ist doch kein Mörder!»
Der pensionierte Konstruktionsschlosser aus dem Bezirk Bremgarten AG denkt ständig an seinen Daniel: «Glauben Sie ja nicht, dass das alles spurlos an mir vorbeigeht.»
Als Daniel fünf Jahre war, trennten sich seine Eltern, der Bub blieb beim Vater. «Das hat er gut verarbeitet», glaubt dieser. Der Junge schien sich normal zu entwickeln, ging in die Bezirksschule, machte eine Lehre als Koch. Doch irgendwann, erinnert sich der Vater, «fing er an mit dem Rauchen. Und mit dem Kiffen. Manchmal trank er, aber nie viel.»
Dass Daniel auch Kokain konsumierte, erfuhr der Vater nicht. Auch nach dem Auszug des Sohnes hielten die beiden Kontakt. «Er kam einmal im Monat vorbei», sagt Hermann H.
In neun Tagen beginnt gegen den Lucie-Killer der Prozess. Vater H. geht nicht hin: «Das schaffe ich nicht.» Aus dem Gefängnis schrieb Daniel beiden Eltern. Der Vater zeigt die an ihn adressierten Briefe, sie sind voller Selbstmitleid und Suizidgedanken. Er habe seinen Sohn schon besucht, sagt Hermann H. Dem Jungen gehe es «gut», behauptet er. «Klar, die Tat beschäftigt ihn. Aber er hat sich damit abgefunden, dass er nie mehr aus dem Gefängnis kommen wird.»
Den Vater belastet, dass er «kaum richtig im Dorf rumlaufen kann. Alle wissen, wer ich bin. Dabei hatte der Daniel sein eigenes Leben und auch die Verantwortung dafür.»
«Das alles nimmt mich sehr mit», sagt er. «Ich bin froh, dass er sich nicht das Leben genommen hat.»
* Namen der Red. bekannt
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