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Liebenswürdig und schnell reizbar. Gesellig und eigenbrötlerisch. Die zwei Gesichter des Alessandro C. Gestern Morgen lief der vierfache Vater an seinem Arbeitsort in Buchs ZH Amok, schoss auf zwei Menschen und richtete sich danach selbst. Es ist kurz vor 7 Uhr, als der Maurer die Tescon AG in Buchs betritt. «Der Chef hat Alessandro ins Büro bestellt, um einen Verweis auszusprechen», sagt ein Tescon-Angestellter zu BLICK. Es geht um einen Streit.
Am Vorabend hat Alessandro C. mit einer Holzlatte auf einen Mitarbeiter eingeschlagen.
Doch statt zu einem Gespräch kommt es wieder zum Streit. Alessandro C. dreht durch. Er zückt zwei Faustfeuerwaffen, schiesst auf Werner H.* (58), verletzt ihn lebensbedrohlich. Bruno F.* (49), der zufällig im Büro ist, trifft ein Streifschuss am Bein.
Mitarbeiter hören die Schüsse, fliehen. «Lauf nur, lauf du nur!», ruft Alessandro C. einem nach.
Alarmierte Kantonspolizisten bringen Werner H. in Sicherheit. Sie finden Alessandro C. tot vor dem Firmeneingang. Der 57-Jährige hat sich erschossen. Um 7.45 Uhr trifft die Polizei am Wohnort des Amokläufers in Regensdorf ZH ein. Sie umstellt den Block, durchsucht die Wohnung, nimmt Ausweise und eine Auszeichnung zum «Mitarbeiter des Monats» mit. Waffen findet sie keine. «Woher die Tatwaffen stammen, wissen wir noch nicht», sagt Werner Benz, Sprecher der Kapo Zürich. Die Frau von Alessandro C., die drei erwachsenen Töchter und der 17-jährige Sohn werden psychologisch betreut.
Sein Umfeld kann sich die Bluttat nicht erklären. «Er war immer freundlich und gut aufgelegt», sagt eine Nachbarin. Alessandro C. war ein Chrampfer, hat nebenbei noch bei der Migros Regensdorf gejobbt und war Hausabwart. «Er hat immer geholfen, er hat mir sogar mal das Kinderzimmer umsonst angestrichen», sagt eine Nachbarin.
Im Sommer mähte er Herzchen in den Rasen, im Winter spielte er den Samichlaus.
«Er hatte einen langen Bart. Deshalb nannten wir ihn auch ‹Bin Laden›», sagt ein Nachbar. Alessandro C. hatte nämlich auch eine andere Seite. Ein Ex-Mitarbeiter beschreibt ihn als Eigenbrötler. Eine Nachbarin erinnert sich: «Er war sehr schnell reizbar. Emotional war er nicht sehr stabil.»
Und er hatte ein dunkles Geheimis: Seine letzte Stelle bei der Eugen Schäfer AG verlor er wegen Morddrohungen gegen seinen Chef. Sein Chef Werner H. ringt im Spital um sein Leben. «Er ist noch nicht über den Berg», sagt sein Bruder Hans H. «Aber er ist ein Grenadier, er kämpft und er packts!»
* Namen bekannt
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Das Opfer: Werner H. (58) verletzt der Amokschütze lebensgefährlich. (ZVG)