Hakenkreuz-Werber schiesst gegen SBB «Die Sache ist für mich noch nicht erledigt»

ZÜRICH - Mit einem Hakenkreuz wirbt Parvez Sheik Fareed gegen die Durchsetzungsinitiative. Nach einer Flut von Beschwerden stoppen die SBB das Plakat. Das will der Werber nicht auf sich sitzen lassen.

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Am Mittwoch hat die SBB die Anzeige im Zürcher HB entfernt – und löste damit eine Empörungswelle aus. persoenlich.com

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Die SBB haben die umstrittene Hakenkreuz-Anzeige am Zürcher Hauptbahnhof entfernt – weil sie «Gefühle in tiefster Weise» verletzt habe. Der Werber, der das Inserat gegen die Durchsetzungsinitiative kreiert und aufgeschaltet hat, will das nicht auf sich sitzen lassen. «Die Angelegenheit ist für mich noch nicht erledigt», sagt Parvez Sheik Fareed zu BLICK. Er behalte sich rechtliche Schritte gegen die SBB vor.

Will kein anderes Sujet entwerfen: Werber Parvez Sheiz Fareed. play
Will kein anderes Sujet entwerfen: Werber Parvez Sheiz Fareed.

Wie er reagieren möchte, verrät der britisch-schweizerische Werber nicht. Dass die SBB ihren Anzeigestopp rückgängig machen, wird er jedoch nicht verlangen. «Drei Tage vor der Abstimmung ist es nicht sinnvoll, auf einer Schaltung des Plakates zu bestehen», so Fareed. Die SBB haben dem Werber angeboten, die Anzeige mit einem anderen Sujet zu schalten. Darauf will er jedoch nicht eingehen.

Die SBB im Shitstorm

Die Entfernung des Plakats löste in den sozialen Medien eine riesige Welle der Empörung aus. Fast im Minutentakt beschweren sich User auf der Facebook-Seite des Unternehmens über die «Doppelmoral» der SBB. Der Tenor: Geschmacklose Werbung der SVP werde akzeptiert, die ihrer politischen Gegner jedoch nicht. Momentan sind im Hauptbahnhof Zürich viele Plakate der SVP zu sehen, in denen ein weisses Schaf ein schwarzes aus dem Land tritt – dazu die Überschrift: «Endlich Sicherheit schaffen!»

Nun hat sogar SBB-Chef Andreas Meyer reagiert. Auf Twitter schreibt er, dass er die Reaktionen verstehe. Bei anderen Plakaten sei ihm auch nicht wohl gewesen.

In einem zweiten Tweet deutet Meyer an, dass er Handlungsbedarf sieht: Politische Werbung ist eine Gratwanderung. Dazu braucht es in der Schweiz wohl generell in Ruhe eine Auslegeordnung – nicht nur bei der SBB.

Fareed freut sich über die Solidarität. «Tausende machen sich jetzt Luft und haben kein Verständnis dafür, dass hier nicht mit gleichen Ellen gemessen wird», sagt er. Gemäss einem Urteil des Bundesgerichtes von 2012 ist die SBB verpflichtet, politische Werbung zu schalten. Bei der Aufschaltung der Hakenkreuz-Anzeige hat sich das Unternehmen noch darauf berufen – jetzt spricht die SBB von einer Ausnahme wegen eines «krassen Falls».

Kritiker des Plakats werden Fareed vor, mit dem Sujet nur provozieren zu wollen. Das bestreitet er vehement. «Das Plakat verweist auf historische Ereignisse, bei denen auf demokratischem Weg der Rechtsstaat radikal in Frage gestellt wurde, wie bei der Durchsetzungsinitiative.» Er wünscht sich, dass auch darüber diskutiert werde. «Eine Zweiklassen-Justiz kennt man nur von totalitären Staaten, nicht aber von aufgeklärten Demokratien», so Fareed.

So reagierten User auf Twitter ...

 

 

... und auf Facebook

«Solche Plakate lassen die SBB zu.» play
«Solche Plakate lassen die SBB zu.» Philipp Meier/Facebook

«Seit Jahren begrüsst jeden SBB Fahrgast politische Hetze...» play
«Seit Jahren begrüsst jeden SBB Fahrgast politische Hetze...» Tom Sawyer/Facebook
Publiziert am 25.02.2016 | Aktualisiert am 28.02.2016
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116 Kommentare
  • Heinrich  Zimmermann aus Zürich
    26.02.2016
    Wie ist es möglich dass ein Marco Weber hier bis zum Überdruss seine "Meinung " kundtun dar, und meine wenigen Leserbrief allesamt unterdrueckt werdn ? Ist das das Blicksystem ?
  • Bruno  Steiger 26.02.2016
    Die Werbeagentur von Parvez Sheiz Fareed, THOD -The House of Dots, ist in Liquidation, und Gläubigerforderungen sind bis am 11.03.2016 möglich, gemäss der letzten 3 SHAB Veröffentlichungen Februar 2016. Die Zukunft des Werbers hängt offensichtlich an den Haken des Hakenkreuzes !
  • Roman  Bachmair aus Naters
    26.02.2016
    Man muss hier nicht debattieren: Dieser "Möchte-Gern-Werber" hat unsere heilige Flagge entweiht und wird hoffentlich noch mehr Anzeigen nach sich ziehen! Punkt und Schluss.

    Der Vergleich mit den SVP Plakaten ist ja dann nur noch plump, diese sind gewiss teils sehr provokativ, haben aber unser Land bisher in keiner Weise beleidigt! Das ist der Unterschied.

    In seinem Ursprungsland wäre der Herr schon lange an der Wand gestanden. Und damit meine ich nicht England.
    • Fritz  Frigorr 26.02.2016
      "Heilige Flagge" !!!!! Mit diesem Ausspruch haben Sie sich aber auch mehr als eine Rüge eingefangen, denn heilig ist dieser Stofffetzen überhaupt nicht. Nicht einmal im Entferntesten!
  • Michael  Rudolf 25.02.2016
    Ich finde die Werbug der SVP im Grundsatz nicht weniger schlimm. Aber, die Verwendung des Hakenkreuzes ist Tabu. Ein Schaf, ein Minarett oder eine Niqab ist nicht das Gleiche wie ein Hakenkreuz. Eine Untersuchung betreffend Verletzung des Antirassismus Gesetz wäre angebracht.
    • Heinz   Fankhauser 26.02.2016
      Immerhin liegt der strittigen Werbung eine geschichtliche Tatsache zu Grunde. Ich hab es als Kind ende der Dreissigerjahre miterlebt. Wir sassen oft vor dem Radio, der Vater befahl es uns und sagte, dass was ihr hier hört, dürft ihr nie mehr vergessen. Das Volk schrie „Führer befiehl, wir gehorchen“ Der Führer befahl, das war der Beginn des Holocausts.
  • Hans  Fehr 25.02.2016
    So eine unverschämte Bigotterie. Nächstes Mal wenn die SVP wieder mit einem jämmerlichen Plakatsujet daherkommt werde ich auch auf Teufel-komm-raus dessen Abnahme verlangen.
    Seit wann sind politische Statements zu zensurieren? Wo leben wir? Ich kann nur noch den Kopf schütteln.
    • Stefan  Schober 25.02.2016
      Das Plakat ist eindeutig kein politisches Statement, es ist unhaltbare und pauschale Anschuldigung gegenüber der Schweiz.
      Als liberales Land haben wir keine Gesetze, welche die Beleidigung unserer Flagge oder Symbole untersagen. Man unterstellt niemandem die Bereitschaft zu solchen primitiven Angriffen. Parvez Sheiz Fareed zeigt, dass er diese hat. Das Plakat spricht für sich. Aber nicht für ihn.
    • Hans  Fehr 25.02.2016
      Es ist genauso ein politisches Statement wie "Kosovaren schlitzen Schweizer auf". Wenn ich finde, dass letzteres ein absolutes Armutszeugnis, eine dämlich unhaltbare und pauschale Anschuldigung,(Was würden Sie davon halten, wenn in einem anderen Land mit "Schweizer schlitzen "uns" auf politisiert wird?!) ist, dürfen die sympathischen Herren und Frauen SVPler auch mit einem politischen Statement umgehen dürfen, dass IHNEN nicht gefällt. Ihre Argumente sind völlig seicht, Herr Schober ...
    • Alexander  Romero aus Zürich
      26.02.2016
      Sorry Bigotterie heisst Gotteslästerung und hat mit der Verhunzung einer Flagge nix zu tun.